Everybody’s Gone to the Rapture: Idyllische Post-Apokalypse Bild: Sony Computer Entertainment

Test

Everybody’s Gone to the Rapture: Idyllische Post-Apokalypse

Die Entwickler von Chinese Room wagen einen Versuch: In Everybody’s Gone to the Rapture gibt es keine spielerischen Elemente. Ob das reicht, um den anspruchsvollen Gamer bei der Stange zu halten? Test.
Die Post-Apokalypse kann so schön sein: Während in anderen Games, die nach dem Untergang spielen, rundherum Verderben herrscht, kommt die abgeschiedene englische Grafschaft Shropshire in Everybody’s Gone to the Rapture wahnsinnig idyllisch daher. Die Cryengine zaubert herbstliche Farbenfroheit auf den Screen, während der Spieler die verlassenen Straßen erkundet. So schön die Gegend auch ist: Irgendetwas Fürchterliches ist hier passiert. Schließlich scheint hier keine Menschenseele mehr am Leben zu sein, Leichen sind trotzdem keine in Sicht. Vielleicht hat die Entrückung ja etwas mit der Sternenwarte auf dem Hügel zu tun? Nun, da kein Mentor in Sicht ist, macht sich der Spieler selbst an die Indiziensuche. Greifbar sind Verweise wie Flugblätter, die die Bewohner zum Verharren in ihren Häusern auffordern. Oder Audiologs. Und dann wären da noch seltsame, Hologramm-artigen Lichterscheinungen, die Menschen nachbilden und durch Flashbacks in der Regel den Weg zur nächsten Story-Info weisen. Manche dieser Erscheinungen lassen sich aber nur auslösen, indem man den Controller richtig bewegt. Bis man darauf kommt, vergeht mangels Erklärungen schon mal etwas Zeit. Die Steuerung an sich funktioniert aber prima.


Rätsel? Quicktime-Events?

Dazwischen: Nicht viel mehr. Everybody’s Gone to the Rapture bietet im Prinzip keine nennenswerten Gameplay-Elemente. Die einzige Aufgabe: Die Gegend zu erkunden und sich die Geschichte mittels kleinerer Sequenzen zusammenreimen. Keine Rätsel, keine Quicktime-Events und auch keine Schießereien. Mit wem auch? Es gibt ja keine NPCs. Das Gameplay geht also im Prinzip mit dem des geistigen Vorgängers Dear Esther konform. Nur dass dieser noch keine offene Spielwelt bot, in der man sich verlieren kann. Das kommt mangels Linearität in Kombination mit fehlenden Erklärungen schon mal vor.

All das wirkt auf dem Papier viel langweiliger als es tatsächlich ist. Im Gegenteil: Die Hintergründe der Entrückung aufzudecken, ist sogar ziemlich spannend. In Kombination mit der wunderschönen Grafik und größtenteils minimalistischen, dann aber wieder bombastischen Soundeffekten unterhält Everybody’s Gone to the Rapture rund sechs Stunden und bietet dabei eine Erfahrung, die mit herkömmlichen Spielkonzepten wenig gemein hat. Ein Stück weit lebt das Konzept von seinen nur rudimentärer vorhandenen Spielelementen. Ein Experiment eben, auf das man sich einlassen muss, das einem dann aber im Gedächtnis bleibt.


Exklusiv für PS4

Everybody’s Gone to the Rapture steht für 19,99 Euro im PlayStation Store als Download bereit.



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Dieser Beitrag stammt von Stefan und dem entertainweb-Team