Halo: Reach - Wo Halo drauf steht, ist...

Mark Lederer 14.09.2010 Reviews / Xbox 360
Halo: Reach - Wo Halo drauf steht, ist... Bild: Microsoft

Halo: Reach spielt in der fernen Zukunft, genau genommen im Jahr 2552. Der dort herrschende wissenschaftliche Vorsprung bringt Elemente mit sich, die die Halo-Reihe, seit dem Release von Halo: Kampf um die Zukunft (2002), unter Ego-Shootern so einzigartig macht.

Diesmal erzählt Bungie die Vorgeschichte zur Trilogie mit Spielikone Master Chief, die 2007 zu Ende ging. Während der Entwickler seine Serie von nun an endgültig aus der Hand gibt und Microsoft überlässt, führt er weitere Neuerungen ein, die das bewährte Gameplay noch einmal auf die Spitze treiben. Halo-Fans erhalten eine rund zwölf Stunden lange Einzelspielerkampagne (sollten sie den für ihr Können entsprechenden Schwierigkeitsgrad wählen) und Material für hunderte Stunden On- und Offline-Multiplayer (auf den an dieser Stelle nur indirekt eingegangen wird).

Noble Einheit mit nützlichen Fähigkeiten

Das zweite Halo ohne Master Chief als Helden nach dem letztjährigen Halo: ODST versetzt den Spieler in die Haut eines anderen Supersoldaten der Spartan-Serie: Noble 6 ist ein neues Mitglied des Noble-Teams, das nach Reach, einem Kolonialplaneten der Menschheit, geschickt wird, um die Invasion der außerirdischen Allianz aufzuhalten. So viel zur Story, die im Laufe des Spiels kaum mehr interessiert als eine Rechtfertigung für Szenenwechsel.

Bevor wir uns den Waffen zuwenden, wäre die Einführung diverser Extra-Kräfte erwähnt – Rüstungsmodifikationen im Stile von Crysis. Jeweils eines dieser Gadgets kann getragen und an verstreuten Punkten im Spiel ausgetauscht  werden. Neben kurzzeitiger Unzerstörbarkeit (allerdings in Bewegungslosigkeit), gibt es nützliche Fähigkeiten wie Sprinten, Jetpack oder Tarnung. Mit diesen Möglichkeiten lassen sich neue Taktiken entwickeln, was den Spielspaß noch einmal steigert.

Granatenkrater und Nadelstiche – die tausend Tode von Halo: Reach

Auch das Abwechslungsreichtum der Waffen trägt seinen Teil zum Reiz bei: Zu Beginn ist der Spieler mit dem unverwechselbaren Standard-Sturmgewehr des United Nations Space Command ausgerüstet, dessen über zweihundert Schuss großes Magazin ausreicht, zig Gegner umzunieten. Zweitwaffe ist eine überarbeitete Magnum, die wesentlich mehr Wumms als ihre Vorgänger hat und schön präzise trifft. Waffen wie Raketen- und Granatenwerfer sind nichts Neues fürs Genre und auch das Scharfschützengewehr nicht. Diesmal jedoch sind ganze Spielabschnitte auf ihren Gebrauch zugeschnitten, wie z.B. der Angriff auf ein Allianz-Lager von einem Hügel bei sternenklarer Nacht. Geht Noble 6 die Munition aus, ist es kaum ein Problem Nachschub zu finden, denn jeder erlegte Gegner verliert eine Waffe, die, wie üblich für Halo, ebenfalls benutzt werden kann. Neben dem freakigen Nadelwerfer, dessen leuchtend pinke Stachel auf seiner Oberseite herausragen, gibt es jede Menge Plasma-Kanonen mit unterschiedlicher Feuerkraft sowie ein äußerst effektives Nadelgewehr, das mit ein paar Treffern die leuchtenden Schilde der Gegner zerstört. Diese agieren mehr als zuvor intelligent und besitzen, je nach ihrer Spezie, andere Kräfte und Verhaltensweisen.

Von feigen bis zu flinken Feinden

Selbst die rangniedrigsten Unggoys sind nicht mehr leicht auszuschalten, flüchten und verstecken sich. Einige bedienen schwere Geschütze, andere laufen mit zwei gezündeten Granaten Kamikaze. Gefährlich sind auch die dick gepanzerten Jiralhanae, die zwar langsamer sind, mit ihrem Gravitationshammer aber blitzschnell töten. So viele verschiedene Kämpfer es auch gibt – die Elite Trupps der Sangheili überragen sie alle. Mit ihnen demonstriert Bungie, wie künstliche Intelligenz 2010 agieren soll. Wer gegen Elite bestehen will, muss ab dem Schwierigkeitsgrad Heroic (der drittschwerste von vier) ganz genau vorgehen, denn sie sind nicht nur schnell und treffsicher, sondern nutzen die Deckung geschickt wie kein zweiter. Auf einem Stützpunkt z.B. muss Noble 6 und seine Spartan-Kollegin ein Geschütz ausschalten, das von mehreren mit Schilden geschützten Kig-yar, ein paar Grunts und einem Elite bewacht wird. Hier empfiehlt sich die Nutzung des Warthog, dem bewaffneten Geländefahrzeugs der U.N.S.C. Mit gezielten Vorstößen und ebenso wohl dosierten Regenerationspausen gelangt man ans Ziel. Überhaupt: Die Nutzung der etlichen verschiedenen Fahrzeuge – besonders die schwebenden bzw. fliegenden der Allianz – und ihrer montierten Waffen bringt Abwechslung und eine andere Form der Action ins Spiel. Und als sei das noch nicht genug, führt Bungie mit einem Space-Level noch Weltraumschlachten im Raumgleiter ein, die zwar für nicht mehr als eine halbe Stunde Shooter-Ballerei sorgen, dafür aber Eindruck schinden und den immer wieder wechselnden Szenarien ein weiteres hinzufügen – kurz vor dem Entern einer außerirdischen Raumstation.

Feuerwerk der bunten Laser

Grafisch verbessert sich im Standbild betrachtet nicht viel gegenüber den Vorgängern. Schärfere Texturen können kaum kaschieren, dass es sich um die leicht verbesserte Engine von Halo 3 handelt. Was Halo: Reach dennoch zu einem optischen Feuerwerk der Extraklasse macht, sind die Licht- und Explosionseffekte: Hier wird ein Science-Fiction-Krieg mit Lasern geführt, das steht an keiner Stelle des Spiels außer Zweifel. Und auch das macht Bungies letztes Halo zu einem der unterhaltsamsten Action-Blockbuster des Jahres – den riesigen Multiplayer-Modus mit neuen Maps, Spielvarianten und einem einfach zu bedienenden Editor für eigene Karten und Modi gar nicht erst mitgerechnet.

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Mark Lederer

Redakteur

 

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Dieser Beitrag stammt von Stefan und dem entertainweb-Team

Details

  • Titel: Halo: Reach
  • System: Xbox 360
  • Genre: Ego-Shooter
  • USK: Keine Jugendfreigabe
  • Spieler: Offline: 1-4 / Online: 2-16
  • Release: 14.09.2010