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Aliens - Colonial Marines: Standard-Gameplay mit Aliens

Fünf Jahre sind seit der ersten Ankündigung ins Land gegangen. Nun präsentiert Gearbox endlich Aliens: Colonial Marines. Ob sich die lange Entwicklungszeit auszahlt, verrät unser Test.
Thematisch macht es sich Colonial Marines zwischen den Teilen Zwei und Drei der gleichnamigen Filmvorlage von Ridley Scott beziehungsweise James Cameron bequem. Als Teil der Crew der USS Sephora folgt der Spieler einem Notruf von Corporal Hicks, dem das Raumschiff Sulaco unterstellt ist. Was dort vorgefallen ist? Das gilt es als Marine Christopher Winter herauszufinden.

Allem Anschein nach hat erneut die Weyland-Yutani-Corporation ihre Finger im Spiel. Zur Erinnerung: Bereits in den Alien-Filmen fiel der Konzern durch seine enorme Skrupellosigkeit bei der Untersuchung der außerirdischen Xenomorphe auf. Sie wollen eines der aufmüpfigen Aliens in die Finger bekommen, um daran Experimente durchführen zu können. Die Folge: Unzählige Marines fallen bei der Jagd auf die Aliens. Diese Bedrohung trifft auch auf das Spiel zu. Kaum aus dem Cryo-Schlaf erwacht, fliegen schon die Fetzen. Denn sowohl Aliens als auch Unternehmensvertreter wollen die Marines lieber tot als lebendig sehen.

Ein Haufen Blei & wenig Neues

Was sich theoretisch nicht ganz unspektakulär anhört, erweist sich in der Praxis aber als genau das. Die meiste Zeit beschäftigt einen das Spiel mit dem Niedermähen von Alien-Horden, nebenbei werden die Gründe für das Forschungsinteresse der fiesen Wayland-Corporation aufgedeckt. Zugegeben: Die grundlegenden Gameplay-Elemente geben sich geschmeidig – solide Shooter-Kost eben. Und zu Anfangs macht das simpel gestrickte Prinzip dank erfreulicher Waffenvielfalt auch noch Spaß. Darüber hinaus bietet Aliens: Colonial Marines aber wenig Überraschungen, keine Höhepunkte. Stattdessen: Schießen und eher belanglose Aufgaben wie das Aktivieren von Generatoren erledigen.

Zu allem Überfluss wirkt die optische Darbietung auch noch wie aus der letzten Konsolengeneration. Verwaschene Texturen da, hölzerne Charakteranimationen dort. Einzig die relativ coolen Licht- und Schatteneffekte sowie die originalgetreuen, wenn auch detailarmen Kulissen wissen zu gefallen. Zumindest die englische Sprachausgabe begradigt das von der schalen Optik geprägte Bild wieder ein wenig. Sogar Original-Schauspieler wie Michael Biehn oder Lance Henriksen wurden als Sprecher verpflichtet – das gefällt. Und auch den Nostalgiebonus hat Gearbox’ neueste Veröffentlichung auf seiner Seite. Beispielsweise die legendäre Pulse Rifle sollte den Fans ein Lächeln ins Gesicht zaubern. Allgemein macht das Anhäufen von neuen Waffen – wie früher kann man hier alle Ballermänner gleichzeitig tragen – ziemlich Laune. Und auch das Aufrüsten mit neuen Komponenten wie Visieren gefällt.  

Die Mehrspieler-Komponente fällt in Ordnung aus. Neben der Option, die Kampagne im Koop-Modus mit einem Freund zu spielen, findet sich auch ein klassischer Versus-Modus auf der Disc. Auf fünf Karten gibt’s die typischen Spielmodi für bis zu zwölf Spieler.


Sorry, Gearbox

Gute Ansätze treffen vertane Chancen. Zwar hat sich das Team Mühe gegeben, das Game akkurat im Alien-Universum zu platzieren – was auch gelingt –, am Feinschliff fehlt es aber. Das Gameplay ist zu beliebig und die Grafik zu fad, als dass Colonial Marines wirklich überzeugen könnte. Dazu kommen dann auch noch diverse technische Bugs. Hier sollten wirklich nur Fans mit Hang zur Koop-Komponente zuschlagen. Alle anderen schauen lieber die Filme.



Details

  • Titel: Aliens: Colonial Marines
  • System: PC, PS3, Xbox 360, Wii U
  • Genre: Ego-Shooter
  • USK: Keine Jugendfreigabe
  • Spieler: 1-4
  • Release: 12.02.2013
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Dieser Beitrag stammt von Stefan und dem entertainweb-Team