Guardians of the Galaxy 2 im Check Bild: The Walt Disney Company

Filmkritik

Guardians of the Galaxy 2 im Check

Der erste Guardians of the Galaxy hat sich zum Start vor drei Jahren in die Herzen vieler Marvel-Fans katapultiert. Zeit für ein Comeback von Star-Lord und seiner Crew in Guardians of the Galaxy 2. Unsere Kritik.
Da haben die Guardians of the Galaxy gerade den Planeten Sovereign vor einem riesigen Monster gerettet und dann steht schon das nächste Schlamassel an. Und mal wieder ist es Rocket, der der Truppe das einbrockt. Jedenfalls ist anschließend ein ganzes Volk hinter Star-Lord (Chris Pratt) und Konsorten hinterher, die Guardians erleiden einen Space-Schiffsbruch, werden in Intrigen verstrickt, Gamoras Schwester Nebula (Karen Gillan) macht Ärger und dann taucht auch noch Star-Lords Vater (Kurt Russell) auf. Auch wenn der Held aus Guardians 2 die väterliche Zuwendung, die er sich so lange gewünscht hat, natürlich genießt – kann er sich darauf verlassen, dass das auch so bleibt?

Ihr seht schon, der Plot ist ziemlich an den Haaren herbeigezogen. Aber das ist okay, weil Guardians of the Galaxy 2 ohnehin eher nach Comedy-Regeln funktioniert, als dramaturgisch einen auf Blockbuster zu machen. Und so setzt Regisseur und Drehbuchautor James Gunn statt auf einen roten Handlungsfaden und schlüssige Verhältnisse lieber auf Figurenzeichnung und Gags.


Komödie im Blockbuster-Format

Es sind die kleinen Geschichten unter dem Radar der Haupthandlung, die Guardians 2 sehenswert machen. Gunn wärmt nicht den Plot des Erstlings auf, sondern erzählt die Story konsequent, wenn auch etwas lasch weiter. Jeder Charakter macht eine persönliche Entwicklung durch und hat einen Konflikt zu überwinden. Seien es nun Rockets (Bradley Cooper) Selbstzweifel, Star-Lords Vaterkonflikt, Gamoras (Zoe Saldana) Vertrauensprobleme oder Drax’ (Dave Bautista) tragische Verluste in der Vergangenheit. Und während die Truppe in Teil eins noch in der Kennenlern-Phase steckte, agiert sie in Teil zwei wie eine Gang, die sich schon zu Schulzeiten gegenseitig gepiesackt hat, die ihre Hassliebe etabliert hat und pflegt.

Dass dieser Ansatz hier so glaubhaft ist, ist Gunns Händchen für den richtigen Ton zu verdanken. Die Dialoge sind wundervoll pointiert und lassen zahlreiche Lücken für gut getimte Gags. Zugegeben, nicht jeder Witz zündet. Aber das liegt wohl auch an der Masse, denn Guardians 2 rückt noch näher ans Comedy-Genre heran als Teil eins. Inklusive zahlreicher Referenzen auf Filmklassiker, Comics und David Hasselhoff.

Netter Nebeneffekt: Die Guardians kommen deutlich authentischer daher als beispielsweise die Avengers. Als Zuschauer kann man sich mit den menschlicheren Figuren besser identifizieren, was auch an der richtigen Gradwanderung zwischen Verrücktheit und Glaubwürdigkeit liegt, mit der die Schauspieler ihre Rollen zum Leben erwecken. Hier sei vor allem Michael Rookers Yondu, Star-Lords Mentor, hervorgehoben, der eine der besten Entwicklungen zeigt.


Für Superhelden-Fans?

Allerdings haben wir es hier immer noch mit einem Marvel-Film zu tun und deshalb ist der Streifen mit seinen vielen und hochwertig produzierten Spezialeffekten schon auch was fürs Auge, vor allem wenn man den Film in 3D schaut. Insgesamt gelingt Gunn eine schöne Dynamik aus Action-Szenen und Dialogen. Nur die Bösewichte bleiben blass und auch zum Marvel Cinematic Universe trägt Guardians of the Galaxy 2 nicht wirklich etwas bei, weil der Film die übergeordnete Story nicht vorantreibt. Das dürfte aber nur für die härtesten Marvel-Enthusiasten ein Kritikpunkt sein. Unterm Strich: Trotz dramaturgischer Schwächen und einer stattlichen Länge von über zwei Stunden können wir Guardians of the Galaxy Vol. 2 all jenen empfehlen, die eine Symbiose aus Action und Comedy zu schätzen wissen und ansonsten vielleicht nicht so Marvel-affin sind. Kurzum: Guardians of the Galaxy 2 ist der Superhelden-Film für Menschen, die keine Superhelden-Filme mögen.


Details

  • Titel: Guardians of the Galaxy Vol. 2
  • Land/Jahr: USA 2017
  • Genre: Action, Komödie
  • FSK: Ab 12 Jahren
  • Regie: James Gunn
  • Darsteller: Chris Pratt, Zoe Saldana, Dave Bautista
  • Release: 27.04.2017
  • Laufzeit: 136 Min.
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Dieser Beitrag stammt von Stefan und dem entertainweb-Team