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Pure Love: Vom Hardcore-Punk zum Stadionrock

Wenn sich Mitglieder zweier Hardcore-Bands für ein Sideprojekt zusammentun, endet es in der Regel in einem ganz bestimmten Musikstil: ebenfalls Hardcore. Ganz anders bei Pure Love.
Im vergangenen Jahr ging ein Ruck durch die Fanreihen der Gallows. Nicht etwa, weil sie ein schlechtes Album aufgenommen hätten, sondern vielmehr weil deren Sänger Frank Carter seinen Ausstieg bekannt gab. „Manchmal muss man einfach neue Dinge ausprobieren, um zu wissen, wo man steht“, so Carter. Und dieses Neue ist jetzt da. In Form von Anthems, dem ersten Album von Pure Love, die durch Jim Carroll von The Hope Conspiracy komplettiert werden. Nach den Häppchen, die das ganze vergangene Jahr über serviert wurden, wird das ja auch langsam Zeit.

Die Ausbeute kann sich sehen lassen. Klar, mit dem Hardcore der früheren Tage hat Anthems so wenig zu tun wie Frank Carters Aussehen mit einem Chorknaben. Dennoch: Pure Love beglücken die Hörerschaft mit eigensinnigen Songs, die sich zwar nicht so recht in eine Schublade stecken lassen wollen, dennoch Parallelen zu den Großen aufweisen. So schallt The Handsome Devils Club in bester Social Distortion-Manier aus den Boxen, während Beach of Diamonds auch irgendwie an die Foo Fighters erinnert. Auch wenn man die Einflüsse raus hört, kommt Anthems mit einer derartigen Lässigkeit und Eigenständigkeit daher, dass es eine Pracht ist. Sofern man vom eher lahmen Titelsong absieht. Mit Plagiatsvorwürfen sollten sich Pure Love also nicht herumschlagen müssen.

Frank Carter scheint endlich da angekommen zu sein, wo er hinwollte. Dahin, wo die Gallows ihn nicht hin zu tragen vermochten. Wird nur schwer, die Debüt-Scheibe zu toppen.

Details

  • Titel: Anthems
  • Künstler: Pure Love
  • Genre: Rock
  • Release: Bereits erhältlich
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Dieser Beitrag stammt von Stefan und dem entertainweb-Team