Test Test Bild: 2K Games

Bioshock Infinite: Himmlisches Shooter-Vergnügen

Nach zwei Abenteuern in der Unterwasserstadt Rapture lädt 2K Games in Bioshock Infinite nun in die Himmelsstadt Columbia. Bereits vor der Veröffentlichung wurde das Game als Hit gehandelt. Ob es den Erwartungen gerecht wird, verrät unser Test.
Protagonist Booker DeWitt weiß erst mal nicht, wie ihm geschieht. Zu Anfang schippert er in einem Ruderboot mit zwei Gestalten die wirres Zeug faseln und sich ständig in den Haaren liegen über die raue See. Während die Beiden noch aneinander herumnörgeln, öffnet der Spieler schon mal die Truhe, die ihm mit auf den Weg gegeben wurde. Ihr Inhalt: Eine Pistole und der Auftrag, eine gewisse Elizabeth aus der Himmelsstadt Columbia zu befreien und nach New York zu bringen. Warum, wird erst mal nicht verraten. Kurze Zeit später kommt das Boot dann immerhin an einem Leuchtturm an, wo es per Rakete in die Himmelsstadt geht. Und hier hört der Wahnsinn nicht auf. Die ersten Menschen, denen der Spieler begegnet, sind Religionsfanatiker. Viel wichtiger als Gott scheint aber ein gewisser Hachary Hale Comstock zu sein, dessen Gesicht Booker alle paar Meter auf Plakaten entgegenblickt. Klar, er hat Columbia schließlich gegründet. Was es mit dem Herren und den übrigens ziemlich rassistischen Bürgern der Himmelsstadt auf sich hat, lässt sich nicht so einfach erklären. Wie so vieles in Bioshock Infinite. Immer wieder wirft das Spiel neue Fragen auf. Sobald man sie beantwortet zu haben glaubt, entpuppt sich alles als Farce und die Story nimmt noch bizarrere Formen an. Um Spoiler zu vermeiden, belassen wir es dabei.


Minispielchen Ade

Auch wenn Entwickler Irrational Games Infinite in philosophische Gedankenspiele packt, so hat man es hier doch mit einem astreinen Ego-Shooter zu tun. Mehr noch als es in Rapture, der Unterwasserstadt aus den Vorgängern, der Fall war. Moralische Entscheidungen? Darauf gibt Infinite nichts. Genau wie auf ausufernde Minispiele. Stattdessen dominieren offene Schusswechsel den Gameplay-Alltag. Aufgelockert werden die häufigen Auseinandersetzungen durch den Einsatz von Spezialfähigkeiten, ähnlich der Plasmide und Tonika aus den Vorgängern. Die Spezialskills verleibt sich Booker als Getränk ein. Auf diese Art und Weise lernt Booker im Laufe des Spiels acht Fähigkeiten. Darunter „Beherrschung“, mit der sich Automaten, Selbstschussanlagen und sogar Menschen manipulieren lassen. Letztere begehen nach Aussetzen des Effekts vor Reue Selbstmord. Harter Tobak! Und auch sonst geizt Infinite nicht mit rotem Lebenssaft und Splatter-Effekten. Zwar wird die extreme Gewalt ein Stück weit durch den prägenden Comic-Look entschärft, etwas sparsamer hätte Irrational aber dennoch mit der Gewalt-Komponente haushalten dürfen.


Mit Elizabeth geht’s leichter

Kaufen oder erkämpfen muss man sich besagte Fähigkeiten übrigens nicht. Stattdessen stolpert man eher über die benötigten Flaschen. Die Automaten, die in ganz Columbia herumstehen, dienen entsprechend dem Munitionserwerb und Waffen-Upgrade. Das bringt Abwechslung. Das nötige Kleingeld entnimmt Booker Leichen, Tresoren oder einfach herumstehenden Kisten. Der Haken: Das Konzept motiviert irgendwie nicht besonders. Mit ein bisschen Übung kommt man auch ohne den ganzen Upgrade-Kram zurecht. Dann doch lieber direkt auf dem härtesten der drei verfügbaren Schwierigkeitsgrade anfangen, denn so birgt die Kampagne eine gewisse Herausforderung. Sobald Elizabeth befreit wurde und an der Seite Bookers kämpft, versorgt einen die Dame darüber hinaus mit Medipacks, Munition und guten Ratschlägen, was dem wilden Städtebummel zusätzlich die Schärfe nimmt. Cool hingegen: Die Dame steht nie im Weg herum oder lässt sich durch vermeintliche Doofian-KI erschießen. Ein wirklich angenehmer Umstand, den andere Games oft vermissen lassen.


Fazit

Irrational Games beschert der Spielerschaft eine gelungene Gesamtpackung. Tolle Story, authentische Sprecher – auch die deutsche Synchronisation –, grandiose Story und eine schlicht atemberaubende, wenngleich manchmal an verwaschenen Texturen leidende, Spielwelt. Allerdings ist auch eine gewisse Verschiebung der Gameplay-Balance nicht zu leugnen. Der Rollenspiel-Anteil in Infinite fällt deutlich kleiner aus als in den Vorgängern. Die Spielwelt ist insgesamt linearer und die Schießereien häufiger. Überraschenderweise ändert das aber kaum etwas am super Spielerlebnis. Nicht nur für Genre-Fans!


Details

  • Titel: Bioshock Infinite
  • System: PC, PS3, Xbox 360
  • Genre: Ego-Shooter
  • USK: Keine Jugendfreigabe
  • Spieler: 1
  • Release: 26.03.2013
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