Review Review Bild: Pandastorm Pictures

Twixt: Val Kilmer als psychotischer Schriftsteller

Francis Ford Coppola, der Erschaffer von Der Pate, hat einen neuen Film gedreht: Twixt. Darin hat Val Kilmer als Buchautor mit seinen persönlichen Dämonen zu kämpfen.
Der Protagonist Hall Baltimore (Val Kilmer) war früher mal eine Art zweiter Stephen King, der mit einigen Hexenromanen zu Geld und Ruhm kam. Einige Jahre später ist nur noch wenig vom alten Glanz übrig, weshalb es Hall auf der Promotour zu seinem aktuellen Buch auch an die dubiosesten Orte verschlägt. Unter anderem: Swann Valley in Kalifornien. Bei seiner Signierstunde schaut nur der zwielichtige Sheriff Bobby LaGrange (Bruce Dern) vorbei, der weniger an Halls Buch, denn an seiner eigenen Story interessiert ist. Kürzlich wurde nämlich ein örtliches Mädchen tot mit einem Holzpflock im Herzen aufgefunden. Sein Vorschlag: Hall und er könnten doch ein Buch darüber schreiben. Eigentlich hat Hall keine Lust auf den Deal, doch dann erscheint ihm im Traum nicht nur Edgar Allan Poe (Ben Chaplin), der ihm mit seinem Rat zur Seite steht, sondern auch die bleiche, mit Vampirzähnen ausgestattete Virginia (Elle Fanning). Also wird Hall neugierig. Und die Obskuritäten beginnen.


Alles wirr

Getreu dem Titel Twixt, der so viel bedeutet wie „dazwischen“, will Coppolas neuestes Werk in keine Schublade passen. Klar, interessierte sich der Regisseur doch schon immer für Übergänge zwischen Realität und Traum. Die Darbietung hat deshalb von der ersten Sekunde an einen unnatürlichen Touch. Die Handlung wirkt oft wie ein Traum, Genregrenzen werden rigoros über den Haufen geworfen. Lediglich die stereotype Figur des Protagonisten und damit die Rahmenhandlung entspricht dem Klischee „Einst erfolgreicher Autor gerät in einen Mordfall und schreibt ein Buch darüber, um an erfolgreichere Tage anzuknüpfen.“ Dazwischen findet sich genug Platz für absurde Charaktere wie den Polizisten und besonders Edgar Allen Poe, der hier weniger als historische Figur, sondern eher als Ratgeber für den Protagonisten wird. Dabei wirft Coppola alle gängigen Erzählweisen über den Haufen. Vermeintliche Schlüsselfiguren werden zur Nebensache, während der Regisseur das Mysterium, welches den Schauplatz Swann Valley umgibt, auf die Spitze treibt und so für eine unwirkliche Stimmung sorgt. Der örtliche Kirchturm mit seinen sieben unterschiedlich eingestellten Uhren dient dabei als Sinnbild für das Verlassen bestehender Regeln – vor allem dramaturgischer Natur.


Fazit

Dennoch: Twixt wird definitiv von vielen Zuschauern missverstanden werden. Die unkonventionelle Herangehensweise Coppolas wird hier gleichermaßen zu Segen und Fluch. Wer sich mit dem Gedanken anfreunden kann, einen Film jenseits gängiger Strukturen zu sehen, sollte Twixt in jedem Fall eine Chance geben.



Details

  • Titel: Twixt
  • Land/Jahr: USA 2011
  • Genre: Horror
  • FSK: Ab 16 Jahren
  • Regie: Francis Ford Coppola
  • Darsteller: Val Kilmer, Elle Fanning, Bruce Dern
  • Extras: Originaltrailer, Trailershow
  • Release: Bereits erhältlich
  • Laufzeit: 86 Min.
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