Tokarev: Nicolas Cage als Racheengel Bild: Ascot Elite

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Tokarev: Nicolas Cage als Racheengel

Nicolas Cage wird oft als schlechter Schauspieler dargestellt. Dabei stimmt das so gar nicht. Er muss nur in die richtige Handlung gebettet und dem richtigen Team umgeben werden. Ob das auf Tokarev zutrifft? Unsere Kritik.
Das Handlungsgrundgerüst von Tokarev – Die Vergangenheit  stirbt niemals wirkt so abgespeckt wie altbekannt: Paul Maguire (Nicolas Cage) hat eine finstere Vergangenheit als Auftragskiller hinter sich. Mittlerweile bestreitet er seinen Lebensunterhalt aber nicht mehr mit dem Erlegen von Zielpersonen, sondern als Geschäftsmann. Die Tatsache, dass Maguire trotz seines Ausstiegs nicht von seinen alten „Kollegen“ verfolgt wird, geht dann angenehmerweise nicht mit dem Gangster-Klischee konform. Trotzdem taucht der Protagonist wieder in den kriminellen Sumpf ein – als seine Tochter Caitlin (Aubrey Peeples) entführt und ermordet wird. Ironischerweise ist es gerade sein alter Boss Frank O´Connell (Peter Stormare), der Paul von einem Vergeltungsschlag abrät. Schließlich deutet alles darauf hin, dass der Russenmafia hinter dem Kindsmord steckt. Und mit denen legt man sich bekanntlich lieber nicht an. Doch ähnlich wie Christian Bale als Russell Baze in Auge um Auge vertraut  Maguire weder auf seinen Ex-Boss noch auf die Expertise der Polizei, sondern startet die Suche nach den Mördern auf eigene Faust. Unterstützt von seinen Ex-Partnern Kane (Max Ryan) und Danny (Michael McGrady).


Vom Pulp Fiction-Kameramann gedreht

Wer dem Film eine Chance geben will, muss an dieser Stelle allerdings schon die Tatsache heranziehen, dass Pulp Fiction-Kameramann Andrzej Sekula hier für die Bilder verantwortlich zeichnet und nicht, dass Tokarev von Regisseurs Cabo Cabezas stammt. Der ist nach Neon Flesh nämlich nicht gerade für spannende Gangsterkost bekannt. Und so hat Tokarev abseits der schönen Bilder auch nicht viel mehr vorzuweisen, um noch überraschen zu können. Dem Rezept erfolgreicher Rachegeschichten im Stil von 96 Hours hat Tokarev lediglich einen gewissen Bad-Boy-Touch voraus, der mit der Vergangenheit des Hauptdarstellers einhergeht. Alles andere ist eher das kleine inszenatorische Einmaleins. Vor allem das Drehbuch wirkt an mancher Stelle arg konstruiert und unglaubwürdig, während Cage mit seiner – ordentlichen – Extremdarstellung auf verlorenem Posten kämpft. Denn nicht nur die Handlung scheint gegen ihn zu sein, auch die Nebenfiguren können dem Star nicht das Wasser reichen.


So gut wie 96 Hours?

Zudem traut sich der Film kein Stück aus der Genre-Schablone heraus und legt einen unglaubwürdigen Twist zum Ende als i-Tüpfelchen obendrauf. Unterm Strich bietet Tokarev deshalb zu wenig inszenatorische Qualität, als dass es Cages rabiate Darstellung noch herausreißen könnte. Tokarev bleibt daher leider nur eine Direkt-DVD-Veröffentlichung im unteren Mittelfeld.


Details

  • Titel: Tokarev
  • Land/Jahr: USA/Frankreich 2014
  • System: DVD, Blu-ray
  • Genre: Action
  • FSK: Keine Jugendfreigabe
  • Regie: Paco Cabezas
  • Darsteller: Nicolas Cage, Rachel Nichols, Peter Stormare
  • Extras: Interviews, Alternatives Ende, Audiokommentar, Originaltrailer, Trailershow
  • Release: Bereits erhältlich
  • Laufzeit: 97 Min.
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