Trailer: WERK OHNE AUTOR Bild: Disney

Trailer: WERK OHNE AUTOR

Florian Henckel von Donnersmarck heimst für seinen dritten Film erneut eine Oscar-Nominierung ein. Ab 3. Oktober kommt der Film in die deutschen Kinos

Der Überraschungs-Regisseur des deutschen Kinos

Als Regisseur nach ein paar Kurzfilmen mit dem Langfilm-Regiedebut gleich einen Oscar abräumen? Das klingt erst einmal ein bisschen unrealistisch. Wie der Plot eines Films vielleicht. Unrealistisch ist das aber nur, wenn man nicht gerade Florian Henckel von Donnersmarck heißt. Mit dem Film „Das Leben der Anderen“ gelang dem adeligen deutschen Regisseur 2006 nicht nur eine ernste, kritische und meist treffsichere Aufarbeitung der DDR-Zeit, er katapultierte das deutsche Kino für einen Moment auch wieder zurück ins Bewusstsein der internationalen Filmwelt. Dass zu viel früher Erfolg auch mehr Fluch als Segen sein kann, musste von Henckel von Donnersmarck vier Jahre später bei seinem zweiten Film erleben: Die Erwartungen an „The Tourist“ waren hoch, letztendlich konnte der Film trotz Top-Besetzung mit den Hollywood-Stars Angelina Jolie und Johnny Depp aber weder die Kritiker noch die Zuschauer überzeugen und blieb weit hinter den Erwartungen zurück. Nach einer achtjährigen Pause besinnt sich der Regisseur nun scheinbar wieder auf seine erprobten Wurzeln zurück.

WERK OHNE AUTOR entführt erneut in die DDR

WERK OHNE AUTOR erzählt die Geschichte des jungen deutschen Künstlers Kurt Barnert (Tom Schilling), der sich nach der Flucht aus dem Osten in West-Deutschland niederlässt und dort auf seine große Liebe Elisabeth (Paul Beer) trifft. Doch die Schrecken der NS-Zeit und die Zwänge des DDR-Regimes suchen ihn nach wie vor heim. Unter anderem in Form seines Schwiegervaters Professor Seeband (Sebastian Koch), einem gestrengen Arzt und Nationalsozialisten, der alles verabscheut, was Kurt verkörpert.

Goldener Löwe oder gar ein Oscar?

Ob Henckel von Donnersmarcks neuestes Werk ebenfalls wieder Chancen auf einen Oscar hat? Die Chancen stehen wohl nicht schlecht, immerhin wurde der Film schon Mal für den Goldenen Löwen der 75. Internationalen Filmfestspiele von Venedig nominiert, die noch bis 8. September stattfinden. Der Regisseur selbst fiebert dem Festival jedenfalls schon freudig entgegen: „In WERK OHNE AUTOR geht es um leidenschaftliche Liebe, um Kunst und um Geschichte - all das passt nach Venedig wie der Löwe auf den Markusplatz.“, verkündete er. Vergangene Woche wurde dann bekanntgegeben, dass Henckel von Donnersmarcks Film erneut von der deutschen Fachjury für den Auslands-Oscar nominiert wurde. Warum, hat die Jury schnell erklärt: „WERK OHNE AUTOR erzählt in einem großen epischen Bogen ein bewegendes Künstlerschicksal im Nachkriegsdeutschland, in einer Zeit, als es schwierig war zu einer eigenen Kunstsprache zu finden. Der Film hat, unterstützt von einem grandiosen Schauspielerensemble, große poetische Momente und geht gleichzeitig einer essentiellen, auch heute noch aktuellen Frage nach: Das Finden einer eigenen Haltung.“

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