Kino-News: Das perfekte Geheimnis Bild: Constantin Film

Kino-News: Das perfekte Geheimnis

Ein Handy kann Beziehungen zerstören und ganze Freundeskreise zum Implodieren bringen – das beweist Bora Dagtekin mit seinem neuen Film
Das Internet bringt nicht nur Menschen zusammen, sondern trennt sie auch wieder... Eine Studie der Online Dating-Plattform eDarling zeigte im Jahr 2016, was viele schon vermutet oder am eigenen Leib erleben mussten: Handys haben keinen guten Einfluss auf romantische Beziehungen. Mehr als 20% der 800 Befragten gaben damals an, sich schon wegen sozialen Netzwerken mit ihrem Partner gestritten zu haben -nämlich, weil einer zu viel Zeit auf Facebook & Co. verbracht hat. Besonders häufig ging es dabei um Kommunikation mit einer attraktiven Person oder einem Verflossenen. Bei fast der Hälfte der Interview-Partner führten derartige Konflikte sogar zur Trennung. Unterhält sich der Partner heimlich übers mit Handy mit einer anderen attraktiven Person, kam es sogar bei 76% der Befragten zur Trennung.  

Abhalten lassen sich viele Vergebene davon nicht: 21% der Befragten gaben an, tatsächlich schon einmal eine Affäre über ein soziales Netzwerk begonnen zu haben.

Wer hat hier was zu verbergen?

Genau mit diesen Statistiken spielt Bora Dagtekins neue Beziehungs-Komödie Das perfekte Geheimnis. Schauplatz ist ein nettes Abendessen unter Freunden, anwesend sind vier Männer, drei Frauen – davon drei Paare in verschiedenen Phasen ihrer Beziehung und ein Single-Mann - und sieben Smartphones. Als die Diskussion auf das Thema Ehrlichkeit in Beziehungen kommt, beginnen die Freunde ein Spiel, das anfangs noch für freudigen Nervenkitzel in der Dinner-Routine sorgt, schnell aber beziehungstechnische Abgründe aufdeckt: Alle sieben Smartphones werden auf den Tisch gelegt und alle eintreffenden Nachrichten, Anrufe und Facebook-Inhalte werden offen geteilt, vorgelesen und geführt, ohne das Zimmer zu verlassen. Und es dürfte angesichts der Zahlen oben kaum verwundern, dass dort einige delikate Nachrichten, Geheimnisse und Lebenslügen an die Oberflächen gelangen. Nervenzehrend für die Anwesenden, unfassbar lustig für die Zuseher.

Ein Konzept, das funktioniert

Die Idee für den Film stammt übrigens nicht von Fack ju Göhte-Regisseur Dagtekin, sondern dem italienischen Regisseur Paolo Genovese, der mit dem Original Perfetti Sconosciuti allein in Italien 2,7 Besucher in die Kinos locken konnte. Anschließend wurde der Film für zahlreiche andere Länder adaptiert und entwickelte sich so zum globalen Phänomen – Handys und die damit verbundenen Probleme sind also universal. Allerdings diente das italienische Original nur als Inspiration, denn die deutsche Version zeigt deutlich moderne Beziehungskonzepte als das Original – und auch die kleinen Wendungen und Dramen des Films wurden angepasst und neu geschrieben. Portraitiert werden die Figuren von vielen bekannten Gesichtern aus dem deutschen Film-Business, darunter Elyas M’Barek, Florian David Fitz, Jella Haase, Karoline Herfurth, Frederick Lau, Wotan Wilke Möhring und Jessica Schwarz.

Die Komödie kommt am 31. Oktober in die deutschen Kinos.

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