Prinz Harry will Fortnite verbieten Bild: Getty Images

Prinz Harry will Fortnite verbieten

Der britische Royal kritisiert den beliebten Third-Person-Survival-Shooter als „entwickelt, um süchtig zu machen“

Darum ist Fortnite so beliebt

Fortnite ist ein Phänomen. Das unfassbar populäre, aber auch kontroverse Spiel von Epic existiert seit 2017 in drei Spielmodi. Der Modus Rette die Welt erzählt die Geschichte einer Welt, in der 98% der menschlichen Bevölkerung verschwunden ist – und jene, die zurückgeblieben sind, müssen sich konstant gegen eine Zombie-Bedrohung erwehren, die in unschöner Regelmäßigkeit über die Erde hereinbricht und dafür sorgen, dass die Zivilisation bestehen bleibt. Im Kreativmodus können die Spieler mehrereInseln nach ihrem individuellen Geschmack gestalten und bebauen.

So richtig bekannt wurde das Spiel aber durch den kostenlosen Battle Royal Modus, in dem bis zu 100 Spieler alleine oder in Teams mit bis zu vier Spielern gegeneinander antreten – bis nur noch ein Spieler übrig bleibt. Fortnite Battle Royale ist rasant, voller Action und erfordert ein gewisses Maß an strategischem Geschick, um zu überleben. Anders als andere Survival-Shooter verfällt Fortnite aber nicht in blutige Gewalt und grausige Szenen - weshalb das Spiel auch FSK 12 hat - sondern setzt auf lustig-knuffige, cartoonhafte Grafiken. Die Fortnite-Macher setzen bei der Entwicklung der Skins wohl ihre kühnsten Träume um: So laufen Spieler als Einhörner, Riesen-Bananen und in Häschen-Pyjamas herum, manchmal mit süßen Haustieren im Schlepptau.

Kein Wunder, dass das Spiel extrem beliebt ist: Grundschulkinder spielen gemeinsam mit ihren Vätern und alle Altersklassen dazwischen sind ebenso begeistert – insgesamt kann Fortnite Battle Royale 250 Millionen registrierte Spieler vorweisen. Auch berühmte Fans hat das Spiel en masse: Der Musiker Drake hat beispielsweise vergangenes Jahr gegen den Fortnite-Superstar Tyler „Ninja“ Blevins gezockt, die Partie auf Twitch gestreamt und mehr als 600 000 Tausend Spieler sahen zu. Grund für diesen durchschlagenden Erfolg ist wohl auch die Tatsache, dass sich Fortnite Royale mit so gut wie allen bekannten Gaming-Plattformen verträgt: Ob PC, PlayStation 4, XboxOne oder auf dem Handy – völlig egal.


Und was hat Prinz Harry gegen Fortnite?

Auf einem Event in London vergangene Woche, kurz vor den Gaming Bafta Awards, machte der Prinz deutlich, wie kritisch er Computerspielen und auch sozialen Medien gegenübersteht. Konkret sagte er über das Epic-Game:„Das Spiel sollte nicht erlaubt sein. Welchen Nutzen hat es, wenn man es im Haushalt hat? Es wurde entwickelt, um süchtig zu machen, eine Sucht, die einen so lange wie möglich vor dem Computer hält. Es ist so verantwortungslos“.  

Tatsächlich ist es nur allzu einfach, beim Fortnite-Spielen das Gefühl für die Zeit zu verlieren. Der unbedingte Wunsch, als letzter Überlebender vom Schlachtfeld zu gehen, erzeugt tatsächlich einen enormen Suchtfaktor. Das wissen nicht nur die Eltern von Teenager-Spielern, sondern auch die erwachsenen Spieler selbst. Das führt dazu, dass Kinder häufig viele Stunden und oft viel zu spät in der Nacht vor dem Spiel sitzen und am nächsten Tag in der Schule abwesend und übermüdet sind. Auch die kostenpflichtigen In-Game-Käufe sorgen für Kritik.

Ein Verbot ist wirkungslos

Während sich Eltern, Psychologen und Politiker oft einig sind, dass Spiele wie Fortnite für innerfamiliäre Probleme sorgen und Abhängigkeiten auslösen können, wäre ein völliges Verbot von Fortnite - das aufgrund der Popularität heute gerne als Beispiel herausgegriffen wird, aber genauso gut durch jedes andere beliebige Spiel ersetzt werden könnte - aber der falsche Weg. Besonders hervorzuheben ist, dass Fortnite nicht wie andere Spiele Pseudo-Glücksspiel-Komponenten enthält, wie z.B. Loot-Boxen. Der einzige Suchtfaktor ist, dass das Spiel einfach richtig viel Spaß macht. Genauso gut könnte man von Netflix einfordern, diverse Serien einzustellen, weil sie so gut sind, dass die Zuschauer völlig freiwillig 12 Stunden eine ganze Staffel bingen, wie ein Artikel in Forbes hervorhebt. Was stattdessen nötig sind, ist eine effektive Aufklärung betroffener Eltern und wirksame Hilfsangebote für Menschen, die tatsächlich eine Abhängigkeit von Computer-Spielen entwickelt haben.
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