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Flight: Flugzeug-Crash und Alkoholabsturz

Nach über zehn Jahren der Realfilm-Abstinenz meldet sich Robert Zemeckis zurück in dem Genre, das ihn einst zum Kultregisseur avancieren ließ. Sein Comeback-Streifen: Flight.
Flugkapitän William "Whip" Whitaker (Denzel Washington) ist kein Kind von Traurigkeit. Er vertreibt sich die Zeit mit schönen Frauen, Alkohol und Bergen von Kokain. Im Job ist er trotzdem erfolgreich, und das, obwohl er auch hinterm Steuerknüppel nicht Halt vor Destillaten und Pülverchen macht. Als er seine Maschine von Orlando nach Atlanta bringen soll, kommt ihm eine Schlechtwetterfront in die Quere und das Flugzeug verliert an Höhe. Während Co-Pilot Ken Evans (Brian Geraghty) die Kontrolle verliert, behält Whitaker seine Sinne auch im zugedröhnten Zustand beieinander. Ihm gelingt eine halbwegs glimpfliche Notlandung, bei der nur wenige Passagiere ihr Leben lassen. Zuhause wird er als Held gefeiert – bis seine Sucht auffliegt und die Öffentlichkeit auf seinen Lebensstil aufmerksam wird. Die Finger von seinen Muntermachern lässt er allerdings nicht. Als er sich dann noch die Drogensüchtige Nicole (Kelly Reilly) verliebt, scheint auch der private Absturz endgültig vorprogrammiert.


Zurück in die Zukunft, Forrest Gump, Flight?

Dem Filmfan ist Regisseur Zemeckis durch seine Meilensteine Forrest Gump und Zurück in die Zukunft ein Begriff. Im vergangenen Jahrzehnt ließ der Filmemacher aber zumindest im Realfilm-Segment nichts mehr von sich hören. War er doch mit dem Motion-Capture-Film beschäftigt. Gut, dass er sich für ein Comeback entschieden hat.

Trotz für Hollywood-Verhältnisse sehr schmalem Budget von 31 Millionen US-Dollar serviert Zemeckis mit Flight einen Film, der wie ein astreiner Action-Streifen beginnt und einen der eindrucksvollsten Flugzeugabstürze der Filmgeschichte bietet, um sich dann in ein astreines Trinkerdrama zu transformieren. Nach besagtem Absturz kommt der Film dann ohne Kawumm aus, baut stattdessen eine gelungene Handlungsstruktur mit interessanten Charakteren auf, die jenseits von Schwarz/Weiß-Moral angesiedelt ist. Protagonist Whip Whitaker ist nämlich bei weitem kein Heiliger. Klar, er hat den Vogel verhältnismäßig sicher gelandet. Aber vielleicht hätten, wäre er nüchtern gewesen, die sechs Toten auch überlebt. Auch die Tatsache, dass er nach dem Absturz nicht zur Besinnung kommt, sondern weiter trinkt und sich gar noch tiefer im Delirium verfängt, zeugt nicht gerade von Heldencharakter. Die Konsequenz: Während der Zuschauer sich des verantwortungslosen Verhaltens Whitakers bewusst ist, beginnt er dennoch, eine gewisse Sympathie für den kantigen Hauptdarsteller zu hegen. Hofft, dass die Angelegenheit glimpflich für ihn ausgeht – auch ohne Einsicht. Hier spielt Zemeckis seine Stärken aus, spielt den Ball an den Zuschauer zurück.


Gelungenes Comeback

Auch wenn sich die Handlung den ein oder anderen Schlenker und daraus resultierende Längen erlaubt, so ist es primär Denzel Washington, der das Ruder immer wieder herumreißt. Doch auch in der erstklassigen Nebendarstellerriege ist kein einziger Ausfall zu verzeichnen. John Goodman gefällt als lässiger Dealer genauso wie Kelly Reilly als Heroin-abhängige Nicole, die fast schon vorsichtig spielt und so den optimalen Kontrast zu ihrem Gegenpart Whitaker bietet. Zemeckis kann’s also immer noch, auch wenn Flight nicht ganz in einer Liga mit seinen Meilensteinen spielt.



Details

  • Titel: Flight
  • Land/Jahr: USA 2012
  • System: DVD, Blu-ray
  • Genre: Drama
  • FSK: Ab 12 Jahren
  • Regie: Robert Zemeckis
  • Darsteller: Denzel Washington, John Goodman, Kelly Reilly
  • Extras: Making of, Fragen und Antworten, Anatomie eines Flugzeugabsturzes, Die Entstehung von Flight, Wendecover
  • Release: Bereits erhältlich
  • Laufzeit: 139 Min.
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