Kritik Kritik Bild: Paramount Pictures

Hänsel & Gretel - Hexenjäger: Wie die Axt im Märchenwald

Hänsel und Gretel haben sich gemacht: Aus den beiden schüchternen Waldkindern sind in Hänsel & Gretel: Hexenjäger zwei coole Helden geworden. Ob das auch einen guten Film impliziert? Wir klären auf.
Jeremy Renner ist dank seines Beitrags zu Marvels The Avengers als Flitzebogen-Schütze Hawkaye in aller Munde – zumindest in der Actionsparte. Nun tut der Haudegen erneut das, was er am besten kann und haut wieder ordentlich drauf. Diesmal als Hexenjäger Hänsel. Zusammen mit Schwesterchen Gretel (Gemma Arterton). Freilich ließe sich die Vorlage der Gebrüder Grimm nur schwer originalgetreu in das heutige Action-Kino portieren, deshalb zieht Regisseur Tommy Wirkola auch ein paar Register, um die Story auszuschmücken. Hänsel und Gretel dreht sich anno 2013 weniger um zwei Kinder, die von der bösen alten Hexe ins Lebkuchenhäuschen gelockt werden, sondern handelt viel mehr von zwei erwachsenen Hexenjägern. Die Kindheit der beiden wird dementsprechend lediglich im Prolog angeschnitten.


Aufruhr in Augsburg

Schauplatz: Augsburg. Wann genau, das verrät die Handlung nicht, ist aber auch nicht so wichtig. Denn hier geht’s ohnehin mehr um puren Splatter und derbe Fights im Unterholz. Die Darbietung startet vielversprechend. Dass man von der Story keine Innovationsergüsse erwarten kann, sollte auch dem letzten Kinogänger klar sein. Stattdessen freut man sich auf taffe Helden, witzige Dialoge und auch gleichermaßen comichaft-überzogene Gewaltdarstellung. Das Häkchen lässt sich allerdings lediglich bei letzterem setzen, denn mit coolen Charakteren ist in Hänsel und Gretel - Hexenjäger meist nicht viel los. Stattdessen dümpelt die Handlung vor sich hin, erlaubt sich diverse Schlenker, verzichtet meist auf Erklärungen und will dabei so gar nicht überraschen. Immerhin: Renner und Arterton ziehen den Karren ab und an ein Stück weit aus dem Dreck und blitzen mit einigen denkwürdigen Momenten und coolen Posen aus der sonst eher grauen Oberfläche der tristen Handlung hervor. Auch nett: verschiedene Hexenarten, wie zum Beispiel zu siamesischen Zwillingen mutierte Hexen, die obendrein auch noch richtig schön hässlich anzuschauen sind. Vor allem Famke Janssen als bitterböse Chef-Besenreiterin überzeugt.


Wie verhext

Trotzdem reichen die vereinzelt guten Ansätze nicht aus, um die hanebüchene Story samt ihres fehlenden Witz zu tragen. Die Handlung ist zu vorhersehbar, die Charaktere zu dünn, die Gags zu flach. Kurzum: Fast alles, was Hänsel & Gretel: Hexenjäger anpackt, ist zwar nicht unbedingt schlecht, gab es aber schon mal in besser. Das gilt sogar für die 3D-Unterstützung. Statt den Tiefeneffekt kreativ in die Kämpfe einzubauen und selbige so etwas zu pushen, beschränkt sich die dreidimensionale Darstellung auf typische Pop-Outs. Ansonsten gibt sich das 3D eher dezent. Und das lockt nun wirklich keinen mehr hinterm Ofen hervor.



Details

  • Titel: Hänsel & Gretel: Hexenjäger
  • Land/Jahr: USA Deutschland 2013
  • Genre: Fantasy
  • Regie: Tommy Wirkola
  • Darsteller: Jeremy Renner, Gemma Arterton, Famke Janssen
  • Release: 28.02.2013
  • Laufzeit: 88 Min.
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