Jennifer Lawrence im Portrait Bild: getty images

Der Die Tribute von Panem-Star

Jennifer Lawrence im Portrait

Seit dem ersten Die Tribute von Panem-Film kommt man an Jennifer Lawrence nicht mehr vorbei. Zeit, einen genaueren Blick auf die Karriere der jungen Schauspielerin zu werfen.
Was wäre, wenn nicht Kristen Stewart Bella Swan in Twilight gespielt hätte, sondern Jennifer Lawrence? Auch wenn das in Anbetracht von Lawrence’ meist tiefgründiger Rollen unwahrscheinlich wirken mag: Als es 2007 um die Rolle der Vampir-Liebhaberin geht, spricht auch sie vor. Und wird von den Verantwortlichen nach Hause geschickt. Ein Ereignis, über das sie sich dem allgemeinen Kritikerton nach glücklich schätzen kann und das sich in gewisser Weise als Scheidepunkt ihrer Karriere sehen lässt. Die Rolle von Suzanne Collins’ selbstsicherer und starker Katniss in Die Tribute von Panem wäre ihr wohl verwehrt geblieben, hätte sie Stephenie Meyers stereotyp gezeichnete, passive Bella gespielt.


Ohne Abschluss, ohne Ausbildung

Es ist nicht das einzige Vorsprechen, das erfolglos verläuft, nachdem Lawrence im Alter von 14 Jahren mit ihrer Familie vom ländlichen Kentucky nach New York zieht. Die Highschool bricht sie ab und auch die Schauspielausbildung spart sie sich. Kein Plan B also. „Irgendwann gewinne ich mal einen Oscar“, sagt sie völlig überzeugt von ihrem Talent, als sie 2008 den Marcello-Mastroianni-Preis als beste Nachwuchs-Schauspielerin für ihr Kinodebüt Auf brennender Erde entgegennimmt. In einem späteren Interview darauf angesprochen, kann sie gar nicht fassen, „was für ein ignoranter Bastard“ sie damals war. 2010 flattert die erste Oscar-Nominierung für das Drama Winter’s Bone ein und beweist, dass ihre großspurige Aussage gar nicht so abwegig war. Die Tür nach Hollywood ist endgültig offen. Mit diversen Preisnominierungen in der Tasche, gelingt ihr 2012 der endgültige Durchbruch mit Die Tribute von Panem: The Hunger Games. An der Seite von Chris Hemsworths (Thor) Bruder Liam überzeugt sie Fantasy-Fans und Kritiker als mutige Katniss Everdeen.

Um die Rolle gerissen hat sich Lawrence trotz ihrer Vorliebe für die Bücher von Suzanne Collins nicht. Als der Anruf mit der Bestätigung kommt, lässt sie sich mit ihrer Entscheidung drei Tage Zeit. Das ausufernde Training im Vorfeld, um fit für die Rolle zu werden, ist dabei weniger das Problem. Viel mehr der schon vorher abzuschätzende „drohende“ Erfolg der Panem-Filme und die damit verbundene extreme öffentliche Aufmerksamkeit lassen sie zögern. Und sie behält Recht: Der Film spielt am Startwochenende 152,5 Millionen US-Dollar ein und stellt damit einen neuen Rekord für das höchste Einspielergebnis am Startwochenende eines Nicht-Sequels auf. In mittlerweile drei Ablegern zeigt die Reihe mit ihrer starken Protagonistin dem sonst männlich dominierten Action-Kino, wo der Hammer hängt - trotz Teenie-Film-Anleihen. 2013 ist es dann auch bei den Auszeichnungen soweit: Lawrence gewinnt den Oscar als beste Hauptdarstellerin für ihre Rolle als sexsüchtige Tiffany in Silver Linings – übrigens ganz ohne Oben-Ohne-Szenen.


Der iCloud-Hack

Ein Umstand, auf den Seth Macfarlane zur Oscar-Verleihung 2013 noch in seinem Boob-Song hinweist – „We haven’t seen Jennifer Lawrences boobs at all“ – woraufhin die Schauspielerin im Publikum sitzend, sichtlich stolz mit einer Siegerpose reagiert. Der Entscheidung, die Klamotten anzubehalten, gebührt Respekt – den ihr jedoch nicht jeder entgegenbringt. Im August 2014 stehlen Hacker reihenweise Nacktfotos aus Apples Online-Speicher iCloud und fortan ist auch Jennifer Lawrence’ entblößter Körper im Netz zu finden. Die Bilder entstanden während ihrer vierjährigen Beziehung zu Schauspieler Nicholas Hoult. Die Trennung von dem Warm Bodies-Star kam übrigens ohne mediale Schlammschlacht aus, was Lawrence noch wütender über die Enthüllung macht. Im Interview mit Vanity Fair äußerte sie sich zu dem massiven Eingriff in ihre Privatsphäre: „Es gibt nichts, für das ich mich entschuldigen müsste“ und fügt hinzu „Das ist kein Skandal. Das ist ein Sexualverbrechen“. Am schlimmsten sei gewesen, ihrem Vater von der Sache zu erzählen. Allerdings scherzt die Schauspielerin: „Zum Glück hat er gerade Golf gespielt und war deshalb gut gelaunt.“

Ihrer Karriere wird die Schmach keinen Abbruch tun. Aktuell ist Jennifer Lawrence übrigens in Die Tribute von Panem: Mockingjay Teil 1 im Kino zu sehen, bevor sie am 18. Dezember im gleichnamigen Film in die Rolle der mörderischen Unternehmerin Serena schlüpft. 2015 will sie erstmal eine Pause einlegen. Aber keine Angst: Bei der Menge an Filmen, die Lawrence bereits abgedreht hat, kriegt ihr das vielleicht gar nicht mit.
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