DJ Avicii ist tot Bild: Getty Images

DJ Avicii ist tot

Die EDM-Legende verstarb am 20. April im Urlaub in Oman. Die auf Netflix gezeigte Dokumentation „Avicii: True Stories“ liefert Einblicke in das Leben des erfolgreichen Musikers.
Der schwedische EDM DJ Avicii, der mit bürgerlichem Namen Tim Bergling heißt, wurde am 20. April 2018 tot in einem Hotelzimmer in Maskat, Oman aufgefunden. Über die genaue Todesursache wird auf Wunsch der Familie des DJs geschwiegen, Fremdverschulden oder ein krimineller Hintergrund können nach der Autopsie des Stars allerdings ausgeschlossen werden, teilte die omanische Polizei mit. Seine Karriere als DJ begann der junge Schwede, der in der Szene als Arbeitstier bekannt war, im Jahr 2008, so richtig bekannt wurde er dann 2013 mit Hits wie „Wake Me Up“ oder „Hey Brother“.

Von 2008 bis 2012 hat der schwedische DJ laut eigenen Angaben 550 Auftritte absolviert – und das war noch vor seinem großen Durchbruch. In der Dokumentation „Avicii: True Stories“, in dem Levan Tsikurishvili, ein langjähriger Freund und Weggefährte des DJs die Licht- und Schattenseiten seiner Karriere und des Lebens im ständigen Rampenlicht beleuchtet, sagt Avicii über seine Anfänge: „Die ersten vier, fünf Jahre war alles super spannend. Es war ein Kick, wie beim Fallschirmspringen. Da spielt man damit, dem Tod nahe zu kommen. Und auf der Bühne spielt man damit, etwas Besonderes zu sein, akzeptiert zu werden“. Einige Jahre später, auf der Höhe seiner Karriere, hörten sich Aviciis Aussagen schon erheblich anders an. 2013 sagte er beispielsweise gegenüber GQ: „Ich habe das gemacht, seit ich 17, 18 Jahre alt war... quasi nonstop auf Tour, 300 Shows pro Jahr. Es war sehr hektisch.“ In der Doku wird angedeutet, dass die Strippenzieher in der Dance-Szene keine Skrupel haben, die Künstler gnadenlos zu verheizen, ohne Rücksicht auf zwischenmenschliche Beziehungen oder deren Gesundheit. Später gab der junge DJ selbst preis, dass er mit gesundheitlichen Problemen zu kämpfen hatte, z.B. einer akuten Entzündung der Bauchspeicheldrüse durch exzessiven Alkoholkonsum. Nur mit Hilfe von Alkohol konnte der eigentlich schüchterne Bergling seine Nerven beruhigen und die vielen Aufritte überstehen.

Nur um ein Jahr hat der kürzlich verstorbene DJ Avicii den ominösen Klub 27 überlebt – obwohl er sich augenscheinlich bemühte hatte, sein wildes Leben als weltweit gefeierter DJ wieder in geregelte Bahnen zu bringen. Anfang 2016 hatte Avicii in einem extrem persönlichen Brief bekanntgegeben, dass er keine Live-Auftritte mehr absolvieren und in Ruhestand gehen werde: „Ich weiß, dass ich mich glücklich schätzen darf, die Möglichkeit zu haben, die Welt zu bereisen und aufzutreten, aber ich habe zu wenig übrig für das Leben eines echten Menschen hinter dem Künstler“ schrieb Bergling. Im August 2016 spielte er seine allerletzte Show im Ushuaia Ibiza Beach Club, in dem er fünf Jahre lang Resident DJ war.

Trotz seines Verzichts auf Live-Auftritte hatte sich der begabte Musiker nicht völlig von der Musik abgewendet. Laut Neil Jacobsen, Präsident von Aviciis Plattenfirma Geffen Records, hatte er bis zuletzt unermüdlich an einem neuen Album gearbeitet. Ob die neue Platte nach dem Tod des Künstlers wie geplant erscheinen wird, ist noch nicht bekannt. Diese Entscheidung liegt in der Hand der Familie des Verstorbenen.

Zurückgelassen hat der zu frühe Tod des geliebten DJs Bestürzung und Trauer – und zwar nicht nur in der Musik-Szene, sondern weit darüber hinaus. In der niederländischen Stadt Utrecht erwies man Avicii eine ganz besondere letzte Ehre: Die Kirchglocken des Utrechter Doms spielten vor wenigen Tagen ein Medley von Aviciis bekanntesten Songs.
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