Resident Evil Remastered im Test Bild: Capcom

Review

Resident Evil Remastered im Test

Nächstes Jahr feiert Resident Evil seinen 20. Geburtstag. Anstatt auf das Jubiläum zu warten, veröffentlicht Capcom mit Resident Evil Remastered schon jetzt eine HD-Version. Ob der Horror-Meilenstein auf den neuen Konsolen überzeugt, verrät unser Test.
Vor 19 Jahren hat Entwickler Shinji Mikami mit Resident Evil ein ganzes Genre definiert. Der Survival-Horror war geboren und bis heute orientieren sich Genre-Kollegen an der Essenz des 1996 erschienen Wegweisers. Aber wie viel von der Original-DNA kann eine Neuauflage vertragen, um auch nach fast 20 Jahren noch zu überzeugen?


Remake Remastered

Nun hat Capcom den Klassiker 2002 bereits einmal für Nintendos Gamecube neu aufgelegt. Das nun vorliegende Spiel versteht sich als Neuauflage des Remakes. An der Story hat sich freilich wenig geändert: Wahlweise als Jill Valentine oder Chris Redfield kämpft sich der Spieler durch ein düsteres, von Zombies verseuchtes Herrenhaus, unter dem ein unterirdisches Labor der Umbrella Corporation schlummert. Grafisch wirkt das Ganze aber weit zeitgemäßer: Dank des nun zu 1080p hochskalierten vorgerenderten Ausgangsmaterials (PS3 und Xbox 360: 720p) hat Resident Evil die Jahre weit besser weggesteckt als andere Games dieser Generation. Capcom spendiert der Neuauflage außerdem schärfere Charaktermodelle und ein 16:9-Seitenverhältnis. Die schicke Beleuchtung kaschiert die eine oder andere matschige Textur. Unter der grafischen Oberfläche geht es bei Resident Evil Remastered aber ziemlich oldschool zu.

Beim Betreten jedes neuen Raums wartet eine nervige Türöffnungs-Animation, die Steuerung ist kaum besser als die des Originals und offene Kämpfe fallen schon durch die chronische Munitionsarmut flach. Stattdessen bilden die für heutige Verhältnisse bockschweren Rätsel den Dreh- und Angelpunkt des Spiels. Ohne jegliche Erklärung irrt der Spieler also von einem Raum zum nächsten, sammelt Items auf, kombiniert diese und setzt sie an der richtigen Stelle ein. Ach ja, dazwischen wollen allerhand Untote ihren Hunger an ihm stillen. Klingt einfach, artet aber in derartiges Backtracking aus – dem ständigen Hin und Her zwischen bereits erkundeten Orten –, das jeder Neuveröffentlichung das Genick brechen würde.


Nostalgischer Horrortrip

Horrorveteranen sind das gewohnt und kommen mit den langen und verqueren Wegen durch das Haus sowie den streng limitierten Inventarslots klar. Neulinge dürften in den spielerischen Stolpersteinen jedoch einen massiven Abtörner empfinden, zumal Speichern nur mittels vorher gefundenen Farbbändern möglich ist, die man an rar gesäten Schreibmaschinen benutzen muss. Aber, liebe Neulinge: Da mussten die bisherigen Gamer-Generationen auch durch und wer die erste Ernüchterung erst mal verdaut hat, kann sich endlich über die grandiose Atmosphäre freuen, die das Game auch heute noch versprüht.

Nun bringt Resident Evil Remastered abgesehen von Grafikpolitur und 5.1-Sound nicht so viel sensationell Neues, dass ein weiterer Durchgang Pflicht wäre. Würde das Spiel zum ersten Mal erscheinen, hätte es durch das angestaubte Gameplay wohl keine Chance bei den Kritikern. Deshalb schlagen hier wirklich nur Nostalgiker und jene Neulinge zu, die unbedingt ihre Horror-Hausaufgaben machen wollen.



Details

  • Titel: Resident Evil Remastered
  • System: PS3, Xbox 360, PS4, Xbox One
  • Genre: Survival-Horror
  • USK: Keine Jugendfreigabe
  • Spieler: 1
  • Release: Bereits erhältlich
Artikel bewerten
(1 Stimme)