Ein Klassiker kehrt zurück: Shadow of the Colossus im Test Bild: Sony Interactive Entertainment

Für PS4

Ein Klassiker kehrt zurück: Shadow of the Colossus im Test

Sonys PS2-Klassiker Shadow of the Colossus war schon zum Erstrelease ein starker Titel. Nach einer PS3-Remastered-Version erlebt das Adventure nun auf der PS4 seinen dritten Frühling. Unser Test.
Shadow of the Colossus ist seit mittlerweile drei Konsolengenerationen ein steter PlayStation-Begleiter. Nach dem Release der Ur-Version im Jahr 2006 erschien eine Remastered-Version für die PS3 und jetzt gibt’s dieses besondere Spiel auch für die PS4. Natürlich inklusive weiterer Verbesserungen. Natürlich hat die hier vorliegende Fassung Gameplay-Grundgerüst und Story mit dem Original gemein. Die Geschichte gibt sich vage: Als Jüngling Wander erhalten wir von einer Gottheit den Auftrag, ein totes Mädchen namens Mono zum Leben zu erwecken – indem wir 16 Kolosse töten. Wer das Mädchen ist und warum Wander der Auserwählte ist? Und vor allem: Welcher Gott hier den Auftrag gibt? All das lässt Shadow of the Colossus im Mystiknebel verschwinden, der das Spiel die gesamte Spielzeit von ca. 12 Stunden über einhüllt.


Ein zeitloser Ansatz

Und so machen wir uns mit Schwert und Bogen bewaffnet sowie einem Pferd unterm Sattel in eine vermeintlich offene Spielwelt auf, in der es kaum etwas zu tun gibt. Sowieso dienen die Reitabschnitte nur einem Zweck: Bosse aufspüren und sie bezwingen. Dazwischen: Leere, kaum Musik und keine Interaktionspunkte. Nicht umsonst wird Shadow of the Colossus seit Jahren als spielbares Kunstwerk mit reduziertem Gameplay abgefeiert. Nur die seltenen, kurz gehaltenen Cutscenes stopfen ein paar der zahlreichen Storylücken, beschränken sich aber nach wie vor aufs Nötigste. Chefentwickler Fumito Uedas Ansatz funktioniert noch immer über die einzigartige Atmosphäre.

Sony lässt trotzdem in regelmäßigen Abständen Bombast ausbrechen, denn die zahlreichen Bosskämpfe spielen sich nach wie vor grandios. Alle dieser riesigen Recken – wie Tiger, Schlangen und Seeungeheuer – haben eigene Schwachstellen, die wir erst freilegen müssen. Jeder Boss fordert eine andere Vorgehensweise, meist sind die Schwachstellen aber gut versteckt, sodass eine gewisse Experimentierphase Pflicht ist. Und noch immer macht sich ein ungutes Gefühl breit, sobald der jeweilige Koloss fällt.


Das alte Feeling

Gameplay-technisch ist das alles nichts Neues, sondern genau wie schon zur Erstveröffentlichung. Allerdings: Wo die PS3-Version trotz Remastered im Untertitel noch angestaubt daherkam, wirkt die PS4-Version von Shadow of the Colossus nun wie ein vollwertiges Current-Gen-Spiel. Wo früher nur undurchdringliche Nebelschwaden hingen, finden sich nun atemberaubende Seen. Die Kolosse wirken viel bedrohlicher, die Bewegungen realistischer und die Spielwelt insgesamt glaubhafter. Vor allem auf der PS4 Pro spielt Shadow of the Colossus seine Stärken aus: Entweder ihr genießt das Spiel mit 60 Bildern pro Sekunde bei Full-HD-Auflösung oder ihr setzt auf 30 Bilder pro Sekunde bei 4K-Auflösung. Dazu gibt’s einen Fotomodus, 15 verschiedene Grafikfilter und direkt zu Beginn drei Schwierigkeitsgrade. Zum Vergleich: Beim Remaster gab’s nur zwei und davon musste man einen freispielen. Dazu gesellen sich neue Steuerungsschemata. Allerdings: Trotz Anpassungsmöglichkeiten ist die Steuerung streckenweise fummelig geraten und die Kamera bleibt ebenfalls so bockig wie im Original.


Unterm Strich

Sony übernimmt das Spielkonzept des Originals, stattet es mit Anpassungsmöglichkeiten und atemberaubender Optik aus und lässt den PlayStation-Klassiker damit im bisher besten Licht erstrahlen – trotz Steuerungs- und Kamera-Problemen. Und so bleibt Shadow of the Colossus auch auf PS4 schlicht ein Meilenstein, den vor allem PlayStation-Neulinge nicht verpassen sollten.


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