Prometheus: Horror-Ausflug ins All Bild: 20th Century Fox Home Entertainment

Prometheus: Horror-Ausflug ins All

Nach Jahren der Abstinenz widmet sich Ridley Scott wieder dem der Filmgattung, die ihn einst mit Alien zum Wegweiser in Sachen Science-Fiction gemacht hat. Der Weg dorthin war jedoch ein steiniger.
Die Vorgeschichte zu Prometheus klingt erst einmal ziemlich verwirrend. Ursprünglich als Vorgeschichte zu Alien angedacht, soll der Film nun doch als eigenständige Produktion verstanden werden – wenn auch mit Alien-DNA. Ridley Scott hat den Streifen auch nicht „nur“ produziert, sondern doch selbst Regie geführt und das ursprüngliche Drehbuch von Jon Spaihts musste dem Skript von Damon Lindelof (Lost) weichen. Der fertige Film gibt sich da glücklicherweise um einiges aufgeräumter als die wirre Produktion.

Im Jahr 2089 entdecken Wissenschaftler die Sternenkarte einer uralten Alienrasse, die das Geheimnis des menschlichen Ursprungs lüften könnte. Um den Wahrheitsgehalt der Informationen zu überprüfen, steigt eine Gruppe Wissenschaftler in das titelgebende Raumschiff. Angeführt wird die Expedition von Elizabeth Shaw (Noomi Rapace) und Charlie Holloway (Logan Marshall-Green). Daneben nimmt unter anderem der Androide David (Michael Fassbender) sowie die Repräsentantin des Geldgebers Peter Weyland (Guy Pearce) Platz: Meredith Vickers (Charlize Theron), die ganz eigene Ziele verfolgt.


Prequel oder nicht Prequel?

In anderen Worten: Es finden sich viele unterschiedliche Charaktere mit unterschiedlichen Absichten, die viel Potenzial bergen, sich gegenseitig in die Haare zu kriegen. Und das auf engstem Raum. Scott greift also also selbigen Mitteln, denen bereits Alien seine grandiose klaustrophobisch-bedrohliche Atmosphäre zu verdanken hatte. Das klappt auch bei Prometheus wieder, wenngleich im letzten Drittel der Handlung eine ordentliche Packung Action Einzug hält, die die bedrückende Atmosphäre ein Stück weit entschärft. Die Handlung selbst beantwortet leider längst nicht alle Fragen, die sie aufwirft. Stattdessen hält sich die Erzählung zu oft mit Querverweisen auf Alien auf, konzentriert sich zu wenig auf die Alleinstellung. Prequel oder doch lieber eigenständige Story? Scheint, als hätten die Autoren das selbst nicht so genau gewusst. Immerhin reißt die Schauspielriege dieses Manko wieder raus. Vor allem Fassbender als undurchsichtiger Androide überzeugt und auch Charlize Theron als kühle Analystin weiß zu gefallen. Gerade weil in ihr weniger Menschlichkeit zu schlummern scheint als in ihrem blechernen Kollegen.

Was man Scott außerdem lassen muss: Von seiner visuellen Stilsicherheit hat der Kult-Regisseur in all den Jahren keinen Funken eingebüßt. Gewagte Kamerafahrten in engen Höhlen wechseln sich mit spektakulären und weitläufigen Außenaufnahmen ab. Die Kulissen wirken, als wären sie einer anderen Welt entsprungen. Der 3D-Effekt setzt der Darbietung die Krone auf.

Fazit

Ridley Scott kann es noch immer – so viel steht fest. Prometheus ist ein bildgewaltiger, stilsicherer und gruseliger Science-Fiction/Horror-Hybrid geworden. Bei der Erzählstruktur schimmern allerdings immer wieder Schwächen durch. Eine strengere Linie hätte der Handlung gut getan. Dennoch: Wer sich darauf einlässt, wird gut unterhalten. Fans kommen daran sowieso nicht vorbei.



Details

  • Titel: Prometheus: Dunkle Zeichen
  • Land/Jahr: USA 2012
  • Genre: Science-Fiction
  • FSK: Ab 16 Jahren
  • Regie: Ridley Scott
  • Darsteller: Noomi Rapace, Michael Fassbender, Guy Pearce
  • Extras: Fox Second Screen“-App, Kommentar von Ridley Scott, Kommentar von Jon Spaihts (Autor) und Damon Lindelof (Autor/ausführender Produzent), Entfallene und alternative Szenen, Featurettes
  • Release: 07.12.2012
  • Laufzeit: 124 Min.
Artikel bewerten
(4 Stimmen)