Kino-News: Isle of Dogs – Ataris Reise Bild: 20th Century Fox

Kino-News: Isle of Dogs – Ataris Reise

Regisseur Wes Anderson versucht sich mit Isle of Dogs – Ataris Reise an einer Stop-Motion-Animation im japanischen Look. Ab 10. Mai im Kino.
Normalerweise ist der amerikanische Regisseur ja für seine Vorliebe für skurrile Geschichten, schrullige Figuren und eine ganz außergewöhnliche cineastische Ästhetik bekannt, die verklärt nostalgisch und symmetrisch daherkommt und immer so aussieht, als hätte Anderson sich geradewegs von Jahrmärkten und Kindergeburtstagen der Sechziger und Siebzigerjahre inspirieren lassen. Die typische Anderson-Ästhetik ist bei Fans sogar so beliebt, dass es mit AccidentallyWesAnderson seit einigen Monaten einen eigenen Instagram-Account gibt, der rein dafür gedacht ist, im wahren Leben Schauplätze und Situationen zu entdecken, die direkt einem Wes Anderson-Film entliehen zu sein scheinen. Ob sich der Meister selbst von diesem lustigen Zeitvertreib seiner Fans inspirieren lässt, ist übrigens nicht bekannt.

Während Anderson mit diesem Ansatz längere Zeit nur Indie-Film-Fans bekannt war und auch immer wieder mal Abstecher in die Mode-Welt machte, beispielsweise als Schöpfer von Gucci-Werbespots, gelang es ihm irgendwann, die ganz großen Stars für seine Werke zu verpflichten (beispielsweise Gwyneth Paltrow, Anjelica Houston und Luke Wilson in Die Royal Tenenbaums oder Ralph Fiennes, Jeff Goldblum und Bill Murray in Grand Budapest Hotel) und schließlich in den Hollywood-Mainstream vorzudringen. Geschadet hat das der Qualität seiner Filme glücklicherweise nicht.

In letzter Zeit wurde Anderson allerdings von verschiedenen Seiten vorgeworfen, dass er sich filmisch nicht weiterentwickeln würde und dass sein Stil zwar nach wie vor nett, aber langsam auf dem Zenit angekommen und verbraucht sei. Kann gut sein, dass sich der Regisseur, der selbst übrigens ein großer Fan des japanischen Kinos ist, diese Aussagen zu Herzen genommen hat, denn statt rosaroter Kaugummi-Ästhetik bekommen wir nun einen wesentlich schlichter gehaltenen Animationsfilm im japanischen Stil - nach Der Fantastische Mr Fox aus dem Jahr 2009 übrigens Andersons zweite Animationsarbeit. Als Synchronsprecher konnte Wes Anderson wieder große Namen gewinnen, nämlich unter anderem Bill Murray, Edward Norton und Scarlett Johansson.

In Isle of Dogs – Ataris Reise, der der Eröffnungsfilm der diesjährigen Berlinale war, dreht sich alles um die besten Freunde des Menschen. Bloß, dass sie in der japanischen Zukunft nicht mehr als solche betrachtet werden, sondern eher als drohende Gefahr, die es zu beseitigen gilt. In der fiktiven japanischen Metropole Megasaki ist nämlich das sogenannte Schnauzenfieber ausgebrochen und bevor sich die Krankheit auf die Menschen überträgt, schafft man die Vierbeiner, egal ob Schoßhund oder Streuner, laut gesamtgesellschaftlichem Konsens lieber ins Exil auf die unwirtliche Müllinsel Trash Island.

Nur ein junger japanischer Bürger ist damit so gar nicht einverstanden, deshalb kapert der zwölfjährige Atari Kobayashi ein altes Propellerflugzeug, um seinen geliebten Hund Spots zu retten. Anstatt seines eigenen Hundes trifft er zunächst aber nur auf die Hunde Chief, King, Rex, Boss und Duke, die ihn teilweise widerwillig bei der Suche nach seinem geliebten Vierbeiner unterstützen. Glücklicherweise hat Ataris Aktion auch andere junge Tierfreunde, nämlich das rebellische Team einer Schülerzeitung dazu inspiriert, investigativ tätig zu werden. Ob sie gemeinsam das Schicksal der Hunde noch umdrehen können?


Artikel bewerten
(0 Stimmen)
 

Virtual Reality Special

virtual reality banner


Rockstar Summer Music

Rockstar Festival Rock am Ring