Badass-Shooter mit Profil: Battleborn im Test Bild: 2K Games

Für PS4, Xbox One und PC

Badass-Shooter mit Profil: Battleborn im Test

Die Borderlands-Macher sind zurück und haben einen neuen verrückten Shooter im Gepäck. Wie sich die Helden-Ballerei auf dem letzten Planeten schlägt? Test!
Gut zwei Dutzend Helden finden sich auf dem letzten verbliebenen Planeten ein, wollen eine fiese Alienrasse zur Strecke bringen und klopfen dabei zynische Sprüche. Im Comic-Look. Verpackt in einen Multiplayer-Shooter. Das ist Battleborn.

Bevor der Gamer aber mit seinen Freunden wahlweise die Kampagne im Koop bestreitet oder in den Versus-Modus startet, steht erst mal der Prolog an. Darin schlagen sich die beiden Damen Mellka und Deande zum ersten Bossgegner durch. Währenddessen fahren die Mädels schwere verbale Geschütze auf und zeigen damit: Ja, Gearbox sind Meister darin, kantige Charaktere aus dem Boden zu stampfen. Und davon gibt’s in Battleborn reichlich. 25, um genau zu sein. Einer verrückter als der andere, jeder mit eigenen Waffen, Spezialattacken und markigen Sprüchen ausgestattet.


Badass vs. Badass

Damit auch alle One-Liner zur Situation und Helden-Konstellation passen, musste Lead Writer Aaron Linde mit seinem Team über 18.000 Dialogzeilen schreiben, über 500 für jeden Charakter. Wenn Rath einem anderen Rath auf dem Schlachtfeld begegnet, gibt es dafür verschiedene Dialoge. Wenn Rath auf Ambra trifft, gibt es dafür verschiedene Dialoge und wenn Rath von Kleese umgebracht wird, gibt's dafür auch eine Line, verrät Produzent Anthony Nicholson. Also keine Angst vor den immer gleichen Sprüchen.

Aber auch optisch fügen sich die kantigen Helden wunderbar in die effektgeladene Comic-Welt ein. Und das, obwohl das Team verschiedenste 80er-Jahre-Cartoons, Sci-Fi-Filme und sogar Anime ins Charakterdesign hat einfließen lassen. Einziger Haken an der sonst wunderschönen Knallbonbon-Spielwelt: Vor lauter Effekten geht öfter mal die Übersicht flöten.

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Die Battleborn-PvE-Modi

Von den 25 Haudegen sind ab Werk nur eine Handvoll verfügbar, denn die meisten wollen erst freigespielt werden. Die Kampagne taugt aber noch zu mehr. Jeweils nach einem schön inszenierten Intro im Comic-Look geht’s in acht Missionen mit einer Spielzeit von je 30 bis 45 Minuten wahlweise allein oder mit Koop-Kumpels in den Comic-Krieg.

Die Missionen teilen sich dabei in drei Kategorien auf: Raids, Verteidigung und Eskortierung auf. Bei den Raids gilt es, mächtige Bossgegner zu besiegen. Die Verteidigungsmissionen verlangen, Gegnerwellen zu überleben. Und in Eskortierungsmissionen geht’s darum, jemanden oder etwas zu einem bestimmten Punkt zu begleiten. Möglichst ohne Schaden. Inszenatorisch ist das nichts Besonderes, vor allem nicht im Singleplayer. Im Koop macht die Kampagne aber durchaus Laune und entschädigt zudem mit coolen Bossgegnern – und schlägt die Brücke zum PvP-Modus. So lassen sich hier Credits, Erfahrungspunkte und Ausrüstung sammeln, die man in die anderen Modi mitnehmen darf. Die da wären:


Die Battleborn-PvP-Modi

•    Überfall: Zwei Fünferteams kämpfen im MOBA-Stil gegeneinander. Jedes Team hat eine Horde
     computergesteuerter Minions (Miniroboter) dabei, die in die gegnerische Basis marschieren und dort den
     Hauptroboter zerstören sollen. Ziel ist es jetzt also, die gegnerischen Minions auszuradieren und die eigenen
     in die gegnerische Basis zu bringen
•    Schmelze: Eine modifizierte Version von Überfall, nur wollen die Minions hier in die Kartenmitte, um sich in
     die Brennkammer zu stürzen. Für jeden KI-Kumpel, der sich in den Tod stürzt, winken Punkte.
•    Verwüstung: Quasi der klassische Capture-the-Flag-Modus – Jedes Team muss Ziele auf der Karte
     einnehmen und halten, um als Sieger

Man muss kein Experte sein, um den vergleichsweise mageren Umfang zu erkennen. Zumal jeder Modus mit nur zwei Maps daherkommt. Gearbox liefert hier sicher noch Inhalte per DLC nach – und bügelt hoffentlich schleunigst die Matchmaking-Probleme aus, die Battleborn aktuell noch plagen. Lange Wartezeiten und unfaire Team-Konstellationen haben bisher noch keinem Online-Shooter gutgetan.


Leveln fürs Team

Was sich alle Modi teilen: das Helix-System. In zehn Stufen wählt der Spieler bei jedem Stufenaufstieg zwischen zwei Fähigkeiten und stattet seinen Charakter so mit neuen Moves aus und verleiht ihm Attribute wie höhere Schnelligkeit oder größere Durchschlagskraft. Hier gilt: Wer das taktische Potenzial Battleborns wirklich ausschöpfen will, handelt bei der Skillwahl am besten im Sinne des Teams, nicht nach persönlicher Präferenz. Gerade bei Bosskämpfen ist der Einsatz der jeweiligen Stärken Trumpf. Etwa im Gefecht gegen den Conservator. Der tunkt die komplette Umgebung in Schatten und verfrachtet die Heldentruppe so immer wieder in ein Paralleluniversum. Damit der Koloss damit aufhört, wollen die umliegenden Energieknoten zerstört werden, aus denen er seine Kraft zieht; gleichzeitig rennen einem reihenweise Aliens vor die Flinte.


Fazit

Man sieht Battleborn seine Nähe zu Borderlands natürlich an. Trotzdem spielt sich der neue Gearbox-Shooter ganz anders – was vor allem den coolen Helden, ihren verschiedenen Moves und dem Levelsystem zu verdanken ist. Trotzdem verhindern Matchmaking- und Balance-Probleme aktuell noch, dass Battleborn in dieselbe Liga aufsteigt. Wenn Gearbox das jetzt noch in den Griff kriegt und noch einige coole Inhalte nachschiebt, dürfte Battleborn zu einer echten Perle mutieren.



Details

  • Titel: Battleborn
  • System: PC, PS4, Xbox One
  • Genre: Ego-Shooter
  • USK: Ab 12 Jahren
  • Spieler: 1-5
  • Release: Bereits erhältlich
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