Serien-Aus für Roseanne-Remake Bild: Getty Images

Serien-Aus für Roseanne-Remake

Aufgrund eines rassistischen Tweets von Schöpferin und Hauptdarstellerin Roseanne Barr wird die Serie nach nur einer kurzen Staffel wieder aus dem Programm genommen

Serien-Aus trotz Top-Quoten


Überraschend kam heute die Meldung, dass das Remake der Kult-Serie Roseanne auf dem US-Familiensender ABC bereits nach nur einer kurzen Staffel wieder aus dem Programm entfernt wird. An mangelhaften Quoten lag es allerdings nicht, denn die beliebte Neunziger-Jahre-Serie über eine typische amerikanische Arbeiterfamilie konnte Traum-Quoten einfahren. Ganze 18,2 Millionen US-Bürger schalteten am 28. März für die ersten Folgen des Remakes ein. Damit konnten die Macher im US-Fernsehen die höchsten Quoten für ein Comedy-Programm seit vier Jahren einfahren. Bislang hielt die achte Staffel der Nerd-Serie The Big Bang Theory diesen Titel. Außerdem wurde das Serien-Remake auch unter jüngeren Zusehern zu einem Überraschungserfolg, denn 5,2 Millionen der Zuseher kamen aus dem Segment der 14- bis 49-Jährigen. Kein Wunder, dass die Darsteller – und allen voran Roseanne selbst – ihrer Freude in mehreren Tweets Ausdruck verliehen. Und auch Roseannes persönlicher Freund Präsident Trump ließ es sich nicht nehmen, seiner Unterstützerin elektronisch zum erneuten Erfolg der amerikanischen Hausmarke zu gratulieren.

Roseanne vergisst sich in rassistischem Tweet


Stattdessen wurde der Serie zum Verhängnis, was für Fans geraden ihren großen Reiz ausmachte: Roseannes mehr als loses Mundwerk. Schauspielerin und Autorin Roseanne Barr ist bekannt dafür, kein Blatt vor den Mund zu nehmen. Ganz auf der Höhe der Zeit nutzt sie dazu mit besonderer Vorliebe die Nachrichten-Plattform Twitter. Von überspitzten Kommentaren zum amerikanischen Alltagsleben über Verschwörungstheorien bis hin zu politischen Kommentaren (schließlich trat die gute Roseanne selbst schon als Präsidentschaftskandidatin für die Grünen an) ist da alles dabei. Mit ihrem letzten Tweet hat sie allerdings so richtig danebengegriffen, der war nämlich nichts anderes als abgrundtief rassistisch. Gerichtet war der Tweet gegen Ex-Präsident Barack Obamas frühere Beraterin und Geschäftsfrau Valerie Jarrett, die laut Roseanne aussehe, „als wenn die Muslimbruderschaft und Planet der Affen ein Baby hätten.“

Dieser Tweet ist so explizit, da konnte sich nicht mal die redegewandte und sonst so überzeugende Roseanne Barr rauswurschteln. Selbst die amerikanischen Konservativen mussten zugeben, dass Roseannes Worte Rassismus in seiner reinsten Form sind. Das öffentliche Entsetzen war groß und auch Roseannes Co-Stars distanzierten sich sofort vehement von diesem und ähnlichen Tweets. Ganz klar, dass auch der Familiensender ABC sofort reagieren musste: „Roseannes Twitter-Aussage ist abscheulich, widerwärtig und unvereinbar mit unseren Werten und wir haben entschieden, die Show abzusetzen.“

Vielleicht hat sich Roseanne auch nur zu sehr am Verhalten ihres Kumpels Präsident Trump orientiert, dieser lebt schließlich tagtäglich vor, dass man auf Twitter rassistische Kommentare ausspucken und trotzdem seinen Job behalten kann.
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