Spider-Man: Shattered Dimensions Bild: Activision Blizzard

Spider-Man: Shattered Dimensions

Während Spider-Man gerade eine Kinopause einlegt und Columbia Pictures emsig an einem Reboot ohne Tobey Maguire bastelt, veröffentlicht Activision Blizzard in recht regelmäßigen Abständen neue Spiele mit dem legendären Marvel-Helden. Das neues Spinnenmann-Abenteuer Spider-Man: Shattered Dimensions besitzt erneut keinen Bezug zu den drei letzten Filmen, dafür aber einige ungewöhnliche Neuerungen.

Reise durch die Dimensionen

Neu ist nämlich, dass der von Entwickler Beenox erschaffene Spidey dieses Mal vier völlig verschiedene Universen besuchen darf. Unter anderem reist man in dicht bewachsene Dschungel, kämpft sich durch Wüsten oder hangelt sich durch die Wolkenkratzer riesiger Metropolen. Fans dürfte es begeistern, dass die Schauplätze in keinem anderen Spider-Man-Spiel bisher zu sehen waren und trotz des Facettenreichtums eine zusammenhängende Geschichte existiert, die vom Comic-Autor Dan Slott extra für Shattered Dimensions verfasst wurde. Der Clou ist, dass sich die vier Dimensionen sehr voneinander unterscheiden und sich unter anderem an dem Comic-Klassiker Amazing Spider-Man, dem 1930er-Jahre-Kino („Film Noir“) oder einer futuristischen Welt im Jahr 2099 orientiert. Dadurch ist der Titel erfrischend  anders, er hebt sich somit gekonnt von seinen zahlreichen Vorgängern ab. Die Handlung selbst ist dagegen nicht ganz so aufregend: Die Tafel des Chaos und der Ordnung wurde zerbrochen, vier Einzelteile sind nun in Paralleluniversen verteilt, welche gefunden und wieder vereint werden müssen. Sonst droht die Zerstörung aller Welten. Spider-Man muss sich also mit dem Übersinnlichen beschäftigen und ganz nebenbei gegen die gefährlichsten Schurken der Comics antreten.

Einiges anders

Spielerisch ist Spider-Man: Shattered Dimensions einerseits ein typisches 3D-Action-Adventure, auf der anderen Seite ist aber auch hier einiges komplett umgekrempelt worden. So stehen dem Spieler mehrere Anzüge zur Verfügung, die individuelle Talente ermöglichen. Im Amazing Spider-Man-Szenario erlebt man klassische Kämpfe, bei Spider-Man Noir dominieren fast schon Stealth-Manöver und ruhigere Passagen. Die Eigenschaften des Protagonisten wurden gut auf die weitläufigen und visuell sehr unterschiedlichen Abschnitte abgestimmt, das ist sehr gelungen. Auf Netz-Schwingereien muss freilich niemand verzichten, genauso stehen opulent inszenierte Auseinandersetzungen mit besonders fiesen Bösewichten wie Kraven, Goblin oder Hammerhead auf der Tagesordnung. Hier wird sogar in die Ego-Perspektive geschaltet, was das Spielgefühl intensiviert. Dass man nebenbei neue Talente erlernt oder Boni wie ergänzende Outfits freischaltet, sei nur beiläufig erwähnt.

Stimmige Optik

An Spider-Man: Shattered Dimensions gefallen vor allem die mannigfaltigen Stile. Der 1930er „Spidey“ erinnert mit seinem düsteren Look durchaus an Spiele wie The Saboteur, viel farbenfroher geht es in der Zukunft  zu - das hat schon was von einem „Transformers: Kampf um Cybertron“. An Abwechslung mangelt es hier nicht, zumal auch in jeder „Epoche“ unterschiedliche Moves und Tötungsarten zur Verfügung stehen, die zum Großteil recht spektakulär aussehen und zum Glück nicht schwer auszuführen sind. Hinzu kommen immer passende Melodien, die den stimmigen Gesamteindruck unterstreichen.

Spider-Man: Shattered Dimensions zeigt, dass den Entwicklern die Ideen für Superhelden-Spiele noch längst nicht ausgegangen sind. Die Geschichte mag zwar stellenweise etwas unglaubwürdig sein, dafür ist sie aber eine riesige Hommage an das Marvel-Urgestein - und das dürften nicht nur Spidey-Fanatiker zu schätzen wissen. Denn auch so ist „Shattered Dimensions“ ein unterhaltsames sowie schön gemachtes Erlebnis mit jeder Menge Brawler-Elementen und allgemein großer inhaltlicher Vielfalt.



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