Silent Hill - Book of Memories: Aus Horror wird Gemetzel Bild: Konami

Silent Hill - Book of Memories: Aus Horror wird Gemetzel

Die Silent Hill-Reihe feiert mit Book of Memories ihr PS-Vita-Debüt. Ob das, was sich dahinter verbirgt, des Titels Silent Hill aber wirklich würdig ist, verrät unser Test.
Starke Atmosphäre, abgedrehtes und stilsicheres Design, ein Protagonist, mit dem man sich identifizieren kann – das waren bislang die Grundpfeiler eines jeden Silent Hill-Spiels. Keine Frage, Konami wusste, wie man die Spieler das Fürchten lehrt und dabei grundsolides Gameplay abliefert. Auf Silent Hill: Book of Memories lässt sich dieses altbewährte Rezept, das Downpour unlängst wieder aufrollte, nur bedingt anwenden. Die Soundeffekte von Daniel Licht mögen da noch passen, der Rest ist neu – zumindest im Kontext zu den Vorgängerspielen betrachtet. Erstmals blickt der Spieler aus der isometrischen Ansicht auf seine Spielfigur – und wird nicht direkt von Schauerstimmung heimgesucht, sondern vielmehr vom Button-Mashing. Denn Book of Memories ist ein waschechtes Hack’n‘ Slay. Nur ohne Drachen und solche Dinge. Der Ansatz funktioniert.


Schon gesehen, trotzdem spaßig

Erst wird mit einigen wenigen Klicks ein Charakter gewählt und ausgestattet, anschließend geht’s mit Messer, Beil und Pistole durch 50 sogenannte Ebenen, also Levels. Darin sind wiederum je sechs Puzzleteile versteckt, die zum Abschluss des jeweiligen Abschnitts benötigt werden. Außerdem beherbergt jeder Level eine bestimmte Aufgabe. Ist diese erfüllt, warten nach getaner Arbeit besondere Items. Wer sich daran nicht aufhalten möchte, kann auch beim örtlichen Händler das in den Verliesen und Kerkern gefundene Gold für Items, Munition und Waffen verbraten. Ab und zu lauert auch ein Bossgegner am Levelende, der meist recht fix besiegt ist. Das ist zugegebenermaßen nicht besonders anspruchsvoll, weiß aber durchaus zu gefallen. Vor allem weil der eigene Charakter mit jedem über den Jordan geschickten Gegner Erfahrungspunkte sammelt und sich so in verschiedenen Attributen aufleveln lässt. Die Ausbeute: neue Fähigkeiten und Spezialangriffe.


Silent Hill – wirklich?

Keine Frage, das Spielprinzip schreit förmlich nach Koop-Action. Schade nur, dass ein freies Einsteigen ins Spielgeschehen komischerweise nicht möglich ist. Mehr noch: Bricht der Mitstreiter ab, wird der Spieler zum letzten Speicherpunkt zurückgesetzt – und eben diese sind rar in Book of Memories. Dazu kommt, dass die Story im Gegensatz zu früheren Silent Hill-Games ziemlich schwach auf der Brust daher kommt. Des Spielers Figur erhält das titelgebende Buch zum Geburtstag, alles, was er hineinschreibt, wird sogleich real. Lieblos, wenn man ehrlich ist, und schlecht präsentiert obendrein.

Dennoch: Spaß macht das hektische Treiben allemal. Die Mischung aus Kampf, Items sammeln und den eigenen Charakter aufleveln, motiviert bis zu einem gewissen Grad recht annehmlich. Trotzdem erfindet Book of Memories das Prinzip des Dungeon-Crawlers auch nicht neu und die belanglose Story sowie der lieblose Mehrspielermodus bremsen die Freude doch zu sehr, als dass die Darbietung auf einer Wellenlänge mit Diablo und Konsorten schwimmen könnte. Außerdem trifft der Titel Silent Hill hier tatsächlich nur bedingt zu. Fans könnten sich deshalb veräppelt vorkommen.



Details

  • Titel: Silent Hill: Book of Memories
  • System: PS Vita
  • Genre: Action
  • USK: Ab 16 Jahren
  • Spieler: 1-4
  • Release: 01.11.2012
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