Ein Screenshot aus dem verschmähten Diablo Immortal Ein Screenshot aus dem verschmähten Diablo Immortal Bild: Blizzard
  • 04.11.2018
  • red.

Blizzard verärgert Fans mit Diablo Immortal

Die Ankündigung von Diablo Immortal auf der BlizzCon kam bei den Fans gar nicht gut an
Blizzard gehört ganz zweifellos zu den ganz großen Namen der Branche. Auf die Kappe der kalifornischen Developer gehen unter anderem Game-Kracher wie Warcraft und World of Warcraft, Starcraft, Diablo und Overwatch. Sogar eine eigene hochkarätige Gaming-Convention, die BlizzCon, leistet sich die Firma jedes Jahr, wo außerdem häufig die großen Neuigkeiten des Studios vorgestellt werden. Dementsprechend groß sind die Erwartungen der Fans – und genau daran ist Blizzard vergangenes Wochenende auf der BlizzCon knallhart gescheitert.

Hoffnung auf Diablo 4

Im Vorfeld der diesjährigen BlizzCon deuteten die Entwickler vermehrt an, dass sich die Fans auf eine große Ankündigung gefasst machen können, die etwas mit dem Diablo-Franchise zu tun hat. Wenn eine Spieleschmiede so eine Aussage macht, bedeutet das für gewöhnlich, dass es einen neuen Titel der Reihe geben wird oder dass ein Klassiker Remastered wird. Unter den Fans entstand ein klassischer Hype. Man war sich quasi sicher, dass Diablo 4 in den Startlöchern steht oder zumindest eine Erweiterung für Diablo 3 oder ein Remastering der legendäre Spiele Diablo 1 oder 2.   

Enttäuschung auf der BlizzCon

Die Vorfreude der anwesenden Journalisten und Fans, die teilweise viel Geld für ihre Tickets bezahlt hatten, war am Tag der BlizzCon spürbar. Endlich traten die Blizzard-Leute auf die Bühne und verkündeten Diablo Immortal für mobile Geräte. Und den Anwesenden fiel erstmal die Kinnlade runter. Ein Handyspiel, entwickelt von einer chinesischen Outsourcing-Firma – das soll die große Ankündigung gewesen sein? War es tatsächlich, auch wenn viele Anwesende es erst nicht glauben wollten. Ein Besucher fragte bei der anschließenden Q & A-Session ungläubig, ob Blizzard sich wohl einen verfrühten Aprilscherz erlaubt hat – und erntete vom Publikum dabei mehr Applaus als die Blizzard-Mitarbeiter für ihre Präsentation.

Für Blizzard selbst hatte das Publikum von da an nicht viel mehr übrig als Buh-Rufe. Wyatt Cheng, der Senior Game Designer für Diablo 3, machte alles nur noch schlimmer: „Habt ihr etwa keine Handys?!“ fragte er sichtlich genervt in die Menge. Das ließen die verärgerten Blizzard-Fans nicht auf sich sitzen. Das YouTube-Video des Panels wurde anschließenden von tausenden Nutzern mit einem Dislike bewertet– Internet-Protest vom Feinsten.

Warum die Kritik?

Aber warum genau sind die Fans jetzt so sauer? Ein Grund ist natürlich die überzogene Erwartungshaltung vieler Fans, die sich schon mit einem völlig neuen Diablo-Produkt vorm PC sitzen sahen. Ein Handy-Game, das eklatante Hardware-Einschränkungen, weniger Ram, eine schlechtere Grafik und eine schwächere Batterie mit sich bringt, ist da natürlich kein adäquater Ersatz.

Viel schwerer wiegt aber folgender Verdacht der Fans: Dass Blizzard Diablo Immortal wohl hauptsächlich zum Geldmachen nutzen will und auf die Wünsche der treuen Fanbase recht wenig gibt.

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