Metal Gear Solid HD Collection: Alles auf einer Disk Bild: Konami

Metal Gear Solid HD Collection: Alles auf einer Disk

Noch im aktuellen Jahr soll Metal Gear Rising: Revengeance erscheinen. Bis es aber letztlich soweit ist, legt Konami die älteren Ableger neu auf, damit etwaige Neulinge ihre Hausaufgaben machen können.

Wir schreiben das Jahr 1987 als der junge und aufstrebende Spieleentwickler Hideo Kojima sein erstes Game unter den Fittichen des Herstellers Konami auf die Menschheit loslässt: Metal Gear. Trotz innovativem Spielkonzept gilt das Spiel als finanzieller Flop – genau wie sein Nachfolger Metal Gear: Solid Snake. Mit dem dritten Teil, Metal Gear Solid, für die erste PlayStation dann, stellt sich endlich der herbeigesehnte Erfolg ein. Mehr noch: Kojima definiert ein gänzlich neues Genre. Metal Gear Solid gilt schnell als Referenz in Sachen Storytelling und Inszenierung, an dem sich andere Entwickler messen lassen müssen. Heute, rund vierzehn Jahre später, bringt Konami die PlayStation-2-Ableger Metal Gear Solid 2: Sons of Liberty und Metal Gear Solid 3: Snake Eater sowie den PSP-Vertreter Peace Walker als HD-Neuauflage für PlayStation 3 und Xbox 360, inklusive Trophäen- beziehungsweise Gamerscore-Support.

Drei erstklassige Abenteuer

Sons of Liberty knüpft dabei an die Geschehnisse des Erstlings und damit an die Ereignisse auf der Atom-Entsorgungsanlage Shadow Moses an. Zwei Jahre sind seit besagtem Zwischenfall aus Snakes erstem Abenteuer vergangen. Kojima verlagert die Storygewichtung weg von Snake, hin zu Raiden – dem unerfahrenen - jedoch aufstrebenden Söldner auf der Suche nach der eigenen Identität. Während Sons of Liberty noch im Hier und Jetzt angesiedelt ist, verschlägt es den Spieler in Snake Eater in die 60er Jahre während des Kalten Krieges – und damit in die Rolle von Snakes Vater Big Boss. Letzterer wird mit dem Auftrag betraut, im Alleingang in die Sowjetunion einzudringen und eine Massenvernichtungswaffe unschädlich zu machen.
In Peace Walker, dem Bindeglied zwischen den anderen beiden Teilen, blickt der Spieler erneut Big Boss aka Naked Snake über die Schulter. Die Mission: eine eigene Militärbasis aufbauen und nebenbei den titelgebenden Kampfpanzer zerstören und so die Welt retten – natürlich verpackt in gewohnt cineastischer Inszenierung, kombiniert mit glaubwürdigen Charakteren. Einziger Kritikpunkt: Die Strategieanteil von Peace Walker wirkt größtenteils unpassend und aufgesetzt.

Falsche Schlange?

Ebenfalls ärgerlich, dass es der Erstling für die Ur-PlayStation nicht mit auf die Disc geschafft hat. Neueinsteiger sind daher gezwungen, Snakes 3D-Debüt für 9,99 Euro aus dem PlayStation Store herunterzuladen – sofern sie die Story denn komplett verstehen möchten. Xbox-360-Besitzer schauen diesbezüglich komplett in die Röhre. Nett dagegen, dass die Collection auch die ersten beiden Metal-Gear-Vertreter für Nintendos NES, beziehungsweise MSX2 enthält.

Unterm Strich bleibt also eine fast perfekte Kollektion, die grafisch zwar niemanden umhaut, thematisch aber auch nach Jahren dank erstklassiger Inszenierung, packender Thriller-Atmosphäre und innovative Spielmechaniken unbehelligt als Referenz in Sachen Stealth-Action angesehen werden kann.



Details

  • Titel: Metal Gear Solid HD Collection
  • System: PS3, Xbox 360
  • Genre: Action-Adventure
  • USK: Ab 16 Jahren
  • Spieler: 1
  • Release: Bereits erhältlich
  • Preis: ca. 30 Euro
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