Little Big Planet Vita: Sackhüpfen to Go Bild: Sony Computer Entertainment

Little Big Planet Vita: Sackhüpfen to Go

Seit Sony die Sackboys anno 2008 mit Little Big Planet erstmals auf die Spieler losließ, gilt das Game als Nummer-Eins-Jump-and-Run für sämtliche Sony-Plattformen. Nun schwingt sich die Hüpferei auch auf die Vita.
Es ist schon erstaunlich, wie die Jump-and-Run-Fans die Little Big Planet-Reihe seit ihrem Erstling aus dem Jahr 2008 abfeiern. So manch vermeintlicher Frevler würde den Sackboy sogar Nintendos Vorzeige-Klempner Mario auf dem Genrethron vorziehen. Woran das liegt? Vielleicht am eigensinnigen und zeitgemäßen Design. Oder an der schier endlosen Vielfalt an Möglichkeiten, die sowohl Kampagne, Koop-Modus oder der riesige Leveleditor bieten. Dieser Tage schieben Sony und Entwickler Double Eleven Little Big Planet Vita in die Regale und will nicht weniger, als die Euphorie auch auf den neuen Handheld ausbreiten.


Carnivalia am Sack

Wie gewohnt, übernimmt der Spieler die Kontrolle über Sackboy, einen kleinen Kerl aus Leinen, der zwar nicht sprechen kann, aber trotzdem der Welt von Carnivalias letzte Hoffnung zu sein scheint. Denn: Carnivalia, einst Quell der Freude, ist am Abgrund. Dafür verantwortlich ist der sogenannte Puppenspieler. Eben dieser Strippenzieher war einst ein gefragter Vertreter seiner Zunft, für dramatische Stücke bekannt. Doch wie das Leben eben spielt, ließ der Ruhm irgendwann nach und der Freudenjubel wich Buh-Rufen. Nun, Jahre später, tragen sich sonderbare Dinge in der einst so bunten Metropole zu. Sackwesen, die Bewohner von Carnivalia, verwandeln sich in finstere Gestalten, sogenannte Hohle, die nichts mehr mit den einst so fröhlichen Zeitgenossen gemein haben. Sackboy soll dem düsteren Treiben nun ein Ende setzen, wie uns Zirkusdirektor Oberst Flunder zum Spielbeginn erklärt.

Nach der obligatorischen, von Sprecher Christian Brückner vertonten Einführung beginnt das bunte Abenteuer also. Auf drei parallelen 2D-Schienen wird Sackboy von links nach rechts über den Bildschirm navigiert. Mal springend, mal fahrend und auch mal fliegend – auf Wahl mit bis zu drei Kumpels. Leider manchmal auch etwas schwammig. Cool hingegen: Little Bit Planet Vita setzt nicht nur auf althergebrachte Gameplay-Mechaniken, sondern nutzt auch die Eigenheiten der Vita aus. So lassen sich Plattformen per Touchscreen verschieben oder versenkte Kisten mittels Trackpad herausdrücken, wenn auch manchmal etwas unpräzise. Dazwischen gilt es, die vielen Punktblasen in den jeweiligen Levels aufzusammeln, oder versteckte Sticker einzuheimsen, die per Aufkleben auf bestimmte Objekte sogleich als Schlüssel fungieren und neue Wege ebnen. Die Auswahl erfolgt wie aus den Vorgängern gewohnt, mittels des, per Viereck-Taste aufrufbarem, Popit-Menüs.

Neu: Erstmals finden sich in den Levels auch versteckte Schlüssel, die kleine Geschicklichkeits-Spiele freischalten. Wem das alles noch nicht genügt, kann sich nach Abschluss der Kampagne auch mit dem integrierten Leveleditor vergnügen. Wer da eine abgespeckte Version des PS3-Vorbilds erwartet, wird eines besseren belehrt: Dank Touchscreen lässt sich der Level-Baukasten nach einigen ausführlichen Tutorials und ausgiebiger Eingewöhnungszeit angenehm intuitiv bedienen. Wer besonders stolz auf seine Eigenkreation ist, kann diese zwecks Online-Wettrüsten direkt mit anderen Spielern teilen oder auch deren Schöpfungen durchspielen. Egal ob klassische Jump-and-Run-Levels, Puzzle oder gar eine Doom-Hommage in Form eines Ego-Shooters  – beim Kreieren sind der Fantasie kaum Grenzen gesetzt.

Mobilisiert

Das optische Niveau geht in etwa mit Little Big Planet 2 konform. Die quietschbunte Welt von Carnivalia präsentiert sich dementsprechend detailreich und eigensinnig, genau wie ihre Einwohner und Widersacher. Auf die Ohren gibt’s eingängige und abwechslungsreiche Melodien. Leider haben die meisten Charaktere noch immer nicht sprechen gelernt. Stattdessen gibt’s Sprechblasen, gesprochene Worte kriegt der Spieler lediglich in den schmal gesäten Zwischensequenzen zu hören.

Am Spielprinzip der Vorgänger hat sich zugegebenermaßen kaum was geändert. Bis auf die Touchscreen-Integration sucht man Innovationen mit der Lupe, Sony geht eben auf Nummer sicher und setzt auf bewährte Zutaten. Trotzdem: Die schiere Vielfalt und die Eigensinnigkeit strömen auch diesem Ableger aus allen Poren. Da verschmerzt man auch die paar kleineren Macken bei der Steuerung und den Mangel an Neuerungen. Die Fans werden dieses Spiel jedenfalls lieben.


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