So hätte Fable 4 ausgesehen Bild: Microsoft

Mit Prostituierten und Mördern

So hätte Fable 4 ausgesehen

Microsoft hat Lionhead den Garaus gemacht. Eigentlich hatte das Studio sowieso keine Lust auf Fable Legends – sondern auf Fable 4. Und das hätte so ausgesehen.
Lionhead wollte Fable Legends nie produzieren, verrät der ehemalige Art Director John McCormack im Gespräch mit Eurogamer. Stattdessen hatte das Studio damals Fable 4 gepitcht, das ein reinrassiges Solo-Rollenspiel hätte werden sollen, gleichzeitig aber die Konventionen der Reihe bricht. Statt Märchenromantik wollte Lionhead das Game düsterer, schmutziger gestalten. Es hätte Prostituierte gegeben und Jack The Ripper sollte Morde ausüben. Auftritte von Dr. Jekyll und Mr. Hyde waren geplant. Eine Jugendfreigabe? Strebte Lionhead nicht an. Gut möglich, dass die Fans glücklich gewesen wären. Die Witcher-Reihe vereint schließlich auch eine Erwachsenen-Story mit Rollenspiel-Mechanik und ist damit seit Jahren erfolgreich. Warum also nicht auch Fable mit besagten Elementen anreichern?

Nun, Microsoft sah das etwas anders, wollte die Reihe nicht inhaltlich verändern, sondern am Geschäftsmodell schrauben. Im „Games as a Service“-Stil sollte Lionhead lieber Fable Legends entwickeln und dabei den Fokus auf die Multiplayer-Komponente legen, um die Gamer über einen langen Zeitraum bei der Stange zu halten. Das Problem: Lionhead hatte keine Expertise in dem Bereich.

Die Nachricht, dass Microsoft Fable Legends einstampft, war für das Team gar eine Erleichterung. Schließlich vermutete Lionhead erstmal, Microsoft würde die vorhandene Technik wieder aufgreifen, um doch noch Fable 4 zu entwickeln. Schließlich hatte der Konzern bereits 75 Millionen US-Dollar in das Projekt gepumpt. Der Rest ist Geschichte: Microsoft hat Lionhead dichtgemacht. Insidern zufolge gab es einige potenzielle Käufer für das Studio, aber Microsoft wollte sich nicht von der Fable-Marke trennen, weshalb keine Übernahme zustande kam.
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