Der Mandant: Anwalt ohne Grenzen Bild: Universum Film GmbH

Der Mandant: Anwalt ohne Grenzen

Der Kriminalroman-Autor Michael Connelly ist eine sichere Bank wenn es um Justizfilme geht. Nun ist es mal wieder Zeit für eine Filmadaption von einem seiner Bücher: Der Mandant.

Protagonist Mickey Haller (Matthew McConaughey) ist ein abgehalfterter Rechtsanwalt, dessen Ford Lincoln als Arbeitsplatz dient. Am Steuer: Ein zahlungsunfähiger Mandant, der als Chauffeur dient und den Juristen durch den Schauplatz Los Angeles gondelt. Ja, Mickey ist ein unangenehmer Typ. Er verdient sein Geld damit, Kriminelle aus den Fängen der Justiz zu befreien. Dafür ist ihm nichts heilig und kein Trick zu faul. Zeitweise wirkt er sogar korrupter als so mancher Gangster. Damit hat seine Ex-Frau und Staatsanwältin Maggie (Marisa Tomei) natürlich so ihre Probleme. Als er eines Tages den Playboy Louis Roulet (Ryan Phillippe) aus Beverly Hills verteidigen soll, riecht er schon das große Geld – und nimmt den Auftrag an. Der Vorwurf Misshandlung und Vergewaltigung einer Prostituierten – genau Mickeys Kragenweite. Einfacher als gedacht, denn schon bald entpuppt sich der Fall als echter Brocken. Nicht nur der Angeklagte beteuert seine Unschuld, auch Mickey und sein Assistent Frank Levin (William H. Macy) bemerken schon bald, dass hier an der Beweislage irgendetwas faul sein muss.

Solide Justizkost

Klar, die Handlung ist mit Sicherheit nicht die innovativste, die das vergangene Jahr hergibt. Trotzdem gelingt es Brad Furman (The Take), der sich der Sache als Regisseur angenommen hat, eine spannende Justiz-Geschichte zu erzählen. Die Protagonisten wissen zu überzeugen. Vor allem Ryan Phillippe kauft man seine Rolle als Playboy ab und auch McConaughey gelingt die Balance zwischen heruntergekommenem und dennoch von sich überzeugtem Typen. Ohne Frage, die Besetzung gibt einen durchaus charismatischen Haufen Schauspieler ab. Die anfängliche Vorstellung von Mickeys Charakter hätte man allerdings in der Hälfte der Zeit abfrühstücken können. Die Story der Leinwand-Adaption wirkt zwar spannend, echte Höhepunkte bleiben aber aus. Vor allem das Ende wird dem erst aufgebauten Spannungsbogen nicht ganz gerecht. Das dürfte vor allem daran liegen, dass Furman dem Zuschauer zu wenig Fakten über die Darsteller (abgesehen von Mickey) präsentiert, um die nötige Authentizität zu schaffen oder eine Verbindung zu den verschiedenen Charakteren herzustellen.

Die Kurve gekriegt

Alles in allem ist der Roman aus der Feder von Erfolgsautor Michael Connelly bei Furman in guten Händen. Das Markenzeichen in Form von kernigen Protagonisten kommt mit der Besetzung mehr als authentisch rüber. Trotz etwaiger Längen, eher mittelmäßigem Ende und fehlender Beleuchtung der zwischenmenschlichen Beziehungen zwischen den Charakteren hält die Darbietung die ganze Zeit über bei der Stange. Genrefans greifen sowieso zu.



Details

  • Titel: Der Mandant
  • Land/Jahr: USA 2011
  • System: DVD, Blu-ray
  • Genre: Thriller
  • FSK: Ab 12 Jahren
  • Regie: Brad Furman
  • Darsteller: William H. Macy, Ryan Phillippe, Matthew McConaughey, Marisa Tomei
  • Extras: Making Of, Featurettes, Interviews mit Cast& Crew, Enfallene Szenen
  • Release: Bereits erhältlich
  • Laufzeit: 118 Min.
Artikel bewerten
(2 Stimmen)
Dieser Beitrag stammt von Stefan und dem entertainweb-Team