American Pie – Das Klassentreffen: Jon Hurwitz über Penisse und künftige Projekte Bild: Universal Pictures

American Pie – Das Klassentreffen: Jon Hurwitz über Penisse und künftige Projekte

American Pie: Das Klassentreffen ist seit kurzem als Heimkino-Version erhältlich. Der perfekte Anlass, um sich mit dem Regisseur Jon Hurwitz über den Film und seine Zusammenarbeit mit Regisseur/Autor Hayden Schlossberg zu unterhalten.
entertainweb: Jon, du bist ein American Pie-Fan der ersten Stunde. Was ging in dir vor, als die Zusage für dich und Hayden kam?

Jon Hurwitz: Es wirkt wie ein Klischee aber es war tatsächlich ein Wunsch, der in Erfüllung  ging. Wir erfuhren erstmals von den Plänen zu American Pie: Das Klassentreffen während eines Restaurant-Besuchs mit John Cho, der neben Harold in Harold & Kumar ja auch MILF Guy #2 in den bisherigen American Pie-Filmen spielt. Unsere Erwartungen schnellten in die Höhe, das Projekt musste etwas Großes werden. Ein paar Wochen später wurden wir von Universal zu einem Meeting eingeladen, in dem herausgefunden werden sollte, ob Hayden und ich möglicherweise die Richtigen für den Job wären. Wir wussten, dass es keine anderen Autoren/Regisseure gab, die den Job so sehr wollten wie wir. Als wir die Zusage erhielten, wollten wir einfach das Beste daraus machen.

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entertainweb: Du und Hayden seid ja die “Neuen” im American Pie-Franchise. Wie schwierig war es, den Charakteren treu zu bleiben und gleichzeitig eine persönliche Note einfließen zu lassen?

Jon Hurwitz: Ehrlichgesagt haben wir uns darüber nicht den Kopf zerbrochen. Hayden und ich haben den ersten American Pie-Film schon zigmal gesehen. Wir kannten den Streifen in und auswendig. Das Klassentreffen ist einfach das natürliche Sequel dazu. Wir haben einfach den Film gedreht, den wir auch als Fans sehen wollten.


entertainweb: Welchen Einfluss hatte die Arbeit eurer Vorgänger auf die Dreharbeiten?

Jon Hurwitz: Unsere größte Inspiration war ganz klar der erste American Pie. Wir verliebten uns in die Charaktere als sie noch zur High School gingen. Jetzt hatten wir die Möglichkeit, sie als Erwachsene in ihre High-School-Jahre zurückkehren zu lassen, sie ihre alten Freundschaften und Beziehungen wieder aufleben zu lassen. In vielerlei Hinsicht war die Herangehensweise ganz natürlicher Art.


entertainweb:
Wie habt ihr den richtigen Ton für den Film gefunden?

Jon Hurwitz: Wir verwendeten den Ton des Erstlings als Basis. American Pie gab dem Zuschauer etwas, mit dem er sich identifizieren konnte. Der Film hatte Herz und gleichzeitig sehr witzige Momente. Hayden und ich verfolgen seit jeher dieselbe Philosophie, was sich beispielsweise auch in Harold & Kumar wiederspiegelt. Klar, Harold & Kumar ist ein Stoner-Film (Film, der Cannabis-Konsum eine zentrale Rolle zuspricht, Anm. d. Red.). Wir konnten die Realität dadurch eher zu unseren Gunsten auslegen. In American Pie: Das Klassentreffen mussten sämtliche Rahmenbedingungen plausibel erscheinen. Also schrieben wir die Geschichte der einzelnen Charaktere einfach weiter, stellten uns die Fragen: Wie haben sie sich weiterentwickelt? Welche Steine hat ihnen das Leben in den Weg gelegt? Natürlich mit viel Witz und auch Herz.


entertainweb: Sind auch persönliche Erlebnisse in das Drehbuch mit eingeflossen?

Jon Hurwitz: Absolut. Man kann Hayden, mich und auch andere Leute, die wir kennen, in sämtlichen Charakteren wiederfinden. Ein Beispiel: Ich bin verheiratet und habe ein Kind. Ich weiß daher nur zu gut, wie schwer es sein kann, Zeit für Sex zu finden. Ich habe mir zwar noch nie den Penis im Laptop eingeklemmt, aber das ist sicher etwas, das auch mir irgendwann passieren könnte. Gott, ich hoffe nicht.


entertainweb:
Die Szene, in der sich Jims Dad und Stiflers Mum das erste Mal begegnen, ruft beim Zuschauer das Gefühl hervor, dass endlich zusammenkommt, was zusammengehört. Beabsichtigt?

Jon Hurwitz: Das war eine der ersten Ideen, die wir für den Film hatten. Jims Dad uns Stiflers Mum sind zwei enorm ikonische Charaktere. Uns fiel auf, dass die beiden noch nie zusammen zu sehen waren. Also taten wir das einzig Richtige und brachten Jims Mum um.

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entertainweb: Wer hatte die Idee, Jims Penis zu zeigen?

Jon Hurwitz: Hayden und ich dachten uns die Szene gemeinsam aus. Jason Biggs (Jim) war begeistert von unserem ersten Drehbuch-Vorschlag. Allerdings hatte er ein Anliegen: einen weiteren großen Moment für Jim – ein Auftritt, der sich mit der Apfelkuchen-Szene aus dem ersten Teil messen kann. Als wir die Idee hatten, habe ich Jim eine SMS geschrieben mit dem Inhalt „Was hältst du davon, deinen Penis zu zeigen?“ Seine Antwort: „Haha! So lange es witzig ist, tue ich alles!“


entertainweb:
Kannst du über deine eigenen Filme lachen?

Jon Hurwitz: Absolut! Das liegt wohl vor allem daran, dass so viele Leute frischen Wind in die Komik meiner Filme bringen, dass es sich immer wieder neu für mich anfühlt. Natürlich hilft es, etwas Zeit vergehen zu lassen, bevor ich den jeweiligen Film erneut sehe. Ich habe mir kürzlich nach mehreren Jahren Harold & Kumar Go To White Castle angesehen und mich kaputtgelacht.


entertainweb:
Irgendwelche witzigen Stories vom Dreh?

Jon Hurwitz: Keine einzige. Ein Komödiendreh ist hartes Business.


entertainweb:
Welche neuen Projekte stehen an?

Jon Hurwitz: Wir feilen gerade an der Pilotfolge zu einer Harold & Kumar-Animationsshow, die irgendwann nächstes Jahr ausgestrahlt werden soll.


Das Gespräch führte Stefan Mayr


Übrigens: Unsere Kollegen von worldsoffood.de verlosen noch bis zum 16.9.2012 zwei Kino-Boxen mit allen American Pie-Filmen.



Details

  • Titel: American Pie: Das Klassentreffen
  • Land/Jahr: USA 2012
  • System: DVD, Blu-ray
  • Genre: Komödie
  • FSK: Ab 12 Jahren
  • Regie: Jon Hurwitz, Hayden Schlossberg
  • Darsteller: Jason Biggs, Alyson Hannigan, Seann William Scott
  • Extras: Unveröffentlichte Szenen, Erweiterte Szenen, Alternative Szenen, Gag Reel, Das Klassentreffen der ”Reunion”: Fortsetzung der Filmreihe, Best of Biggs: Abhängen mit Jason B., Braten am See, Tanzen mit Oz, Amerikanische Gonadiatoren: Die Kampfszene, Jim’s Dad, Aua! Meine Eier!, Das Jahrbuch der American Reunion, Filmkommentar mit Co-Regisseur/Co-Autor Jon Hurwitz & Hayden Schlossberg
  • Release: 30.08.2012
  • Laufzeit: 113 Min.
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Dieser Beitrag stammt von Stefan und dem entertainweb-Team