Paranormal Activity 4: Low-Budget-Horror, die Vierte Bild: Paramount Pictures

Paranormal Activity 4: Low-Budget-Horror, die Vierte

Mit der Paranormal Activity-Reihe verhält es sich in etwa so wie mit der Rec-Serie aus Spanien: Kennt man einen, kennt man alle. Da vermag auch der nunmehr vierte paranormale Ausflug nichts dran zu ändern.
Die Handlung setzt fünf Jahre nach den Ereignissen von Paranormal Activity 2 ein. Katie (Katie Featherston) hat ihren Freund sowie ihre Schwester samt Ehemann im Wahn umgebracht und ihren Neffen entführt. Anschließend verschwand die Besessene spurlos. Jetzt kommt ein neues Akteursgespann ins Spiel: eine amerikanische Vorstadtfamilie wie aus dem Bilderbuch. Als eines Tages der kleine Nachbarsjunge Robbie (Brady Allen) an die Tür der Familie klopft, ahnt noch niemand, dass der Racker ein von Katie entsandter Unheilbringer ist und die Familie ins Verderben stürzen will. Töchterchen Alice (Kathryn Newton) und ihr Freund Alex (Matt Shively) sind die ersten, die sich mit Paranormalem konfrontiert sehen.


Traditionen soll man nicht brechen?

Dabei setzt das Regisseursduo Henry Joost und Ariel Schulman weder auf eine ausgeklügelte Story, noch auf unkonventionelle Erzählmethoden. Klar, die Reihe verhalf dem Found-Footage-Genre zu seinem großen Durchbruch. Doch hat besagte Filmgattung ihren Zenit doch spätestens seit dem letzten Teil der Low-Budget-Reihe überschritten. Dennoch: Wer sich von der Tatsache, dass die Bedingungen und das damit einhergehenden Niedrig-Budget nicht weiter von einer „ordentlichen“ Produktion entfernt sein könnten, anfreundet, wird relativ gut unterhalten. Erneut bildet die Überwachungskamera den Kern der Darbietung. Die absurden Geschehnisse, die sich neuerdings im heimischen Anwesen zutragen, werden primär mittels dieser Apparate aufgezeichnet. Eine willkommene Abwechslung zu dieser bewährten Art der Aufnahme: eine Xbox 360 inklusive Kinect-Kamera, die das Wohnzimmer der vom Horror heimgesuchten Familie ziert. Eben dieses Stück Hardware zur Gestensteuerung tapeziert die Wände bei Dunkelheit mit einem grünen Pixelraster, das sämtliche Spukgestalten plötzlich sichtbar macht. Das gefällt.


Fans nehmen Platz

Da ist es umso bedauerlicher, dass derartiges nur allzu selten zum Einsatz kommt. Wohl auch aus Mangel an interessanten Einfällen, verlassen sich die beiden Regisseure auf die althergebrachten Methoden und führen den Zuschauer dabei nur allzu häufig in die Irre. Zu viele Hinweise und Ansätze laufen einfach ins Leere. Man sitzt im Kino und wartet gebannt auf den großen Knall, der zu kommen verspricht, doch dann – nichts. Die Folge: Das Stilmittel, welches ursprünglich der Spannungssteigerung dienen sollte, führt ob inflationärem Einsatz irgendwann nur noch zur Abstumpfung des Zuschauers. Und das kann unmöglich die Intention der Inszenatoren gewesen sein. Die schauspielerische Leistung geht wiederum in Ordnung. Vor allem Jungdarstellerin Kathryn Newton wird vom großen Namen und dem damit assoziierten Kultfaktor der Reihe definitiv noch eine Weile zehren. Fans schauen sich den Streifen sowieso an.



Details

  • Titel: Paranormal Activity 4
  • Land/Jahr: USA 2012
  • Genre: Horror
  • FSK: Ab 16 Jahren
  • Regie: Henry Joost, Ariel Schulman
  • Darsteller: Katie Featherston, Kathryn Newton, Matt Shively
  • Release: 18.10.2012
  • Laufzeit: 88 Min.
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Dieser Beitrag stammt von Stefan und dem entertainweb-Team