(Un)vergesslich: Findet Dorie in der Kritik Bild: The Walt Disney Company

Review

(Un)vergesslich: Findet Dorie in der Kritik

13 Jahre ist es her, dass Clownfisch Marlin in Findet Nemo seinen gleichnamigen Sohn suchte. Auch Findet Dorie erzählt die Geschichte einer Reise. Ob der zweite Teil mehr als ein Abklatsch des ersten ist, lest ihr in unserer Kritik.
Paletten-Doktorfisch Dorie (Anke Engelke) leidet unter „Gedächtnisverschwund“, wie sie es nennt. Wir würden Amnesie dazu sagen. Aber egal. Viel wichtiger: Trotz fehlendem Gedächtnis kann Dorie sich plötzlich an ihre Kindheit und somit auch an ihre verschwundenen Eltern (Elisabeth Günther und Oliver Siebeck) erinnern. Zum Beispiel daran, dass sie ihr als junger Fisch beibrachten, wie sie zurück zu ihrem „Haus“ findet – sollte sie den Weg dorthin mal wieder vergessen haben. Kurzerhand fasst Dorie den Entschluss, ihre Eltern im Institut für Meeresbiologie zu suchen. Mit Nemo (Vicco Clarén) und Marlin (Christian Tramitz) im Schlepptau, versteht sich.

Alte Bekannte und erfrischend neue Figuren

Auf ihrer Reise begegnen dem Trio schließlich alte Bekannte wie die Meeresschildkrötenherde rund um Crush (Udo Wachtveitl) und Herr Rochen (Freimut Götsch) mit seinen Schülern. Was figurentechnisch zunächst etwas einfallslos klingt, bewährt sich in Findet Dorie aber als nostalgischer Bezug zu Teil eins. Denn auch im zweiten Teil haben die Regisseure Andrew Stanton und Angus MacLane nicht an außergewöhnlichem Personal gespart. Da sind zum Beispiel zwei bayerisch sprechende Seelöwen (Jan Odle und Manuel Straube) und ein Belugawal namens Bailey (Axel Malzacher), der glaubt, sein Echolot nicht benutzen zu können. Oder auch Dories Walhai-Freundin Destiny (Rubina Nath), mit der sie sich auf walisch unterhält.

Nicht zu vergessen: Oktopus Hank (Roland Hemmo), der Dorie mit seinen Chamäleon-Fähigkeiten stets gut getarnt durchs Meeresinstitut lotst. Während beide auf der Suche nach Dories Eltern von Becken zu Becken springen, wird der Zuschauer durch viele Gags, eine gehörige Portion Situationskomik und Spannung  stringent bei Laune gehalten – was auch auf das Konto der ausgereiften Animationstechnologie geht.

Fazit

Wer befürchtet, dass Findet Dorie dieselbe Geschichte wie Findet Nemo mit anderem Protagonisten erzählt, wird zum Glück eines Besseren belehrt. Stanton und MacLane gelingt es, eine erfrischend neue Story auf den Tisch zu bringen – auch wenn diese locker mit einer viertel Stunde weniger ausgekommen wäre. Riss Teil eins den Zuschauer vor allem durch den witzigen Charme seiner Figuren in den Bann, überzeugt das Sequel mehr durch emotionalen Tiefgang. Mit Findet Dorie hat Disney wieder einmal ein Stück (Animations-)Geschichte geschrieben.



Details

  • Titel: Findet Dorie
  • Land/Jahr: USA/2016
  • Genre: Animation
  • FSK: Ohne Altersbeschränkung
  • Regie: Andrew Stanton, Angus MacLane
  • Darsteller: Anke Engelke, Vicco Clarén, Christian Tramitz
  • Release: 29. September 2016
  • Laufzeit: 97 Minuten
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Dieser Beitrag stammt von Stefan und dem entertainweb-Team