Muppets Most Wanted im Check Bild: Walt Disney Pictures

Review

Muppets Most Wanted im Check

Die Muppets feierten im gleichnamigen Kinofilm aus dem Jahr 2011 ein gelungenes Comeback. Dass Sequels oft schlechter als das Original sind, thematisiert Muppets Most Wanted bereits in der Eröffnungssequenz. Aber trifft das auf den neuen Film wirklich zu? Unsere Kritik.
Guter Humor, der keinem weh tut. Die älteren Semester lachen über die Gags, die jüngeren über den Slapstick-Einschlag. Dafür steht die Muppet Show seit jeher. Allerdings lassen sich nach über 30 Jahren Bestehen gewisse Alterserscheinungen nicht von der Hand weisen. Für das Reboot aus dem Jahr 2011, das schlicht als Die Muppets ins Kino kam, haben sich die Macher für einen frischen Anstrich entschieden. How I Met Your Mother-Star Jason Segel durfte mitspielen, der Plot fiel angenehm anarchisch aus. Doch was jetzt? Eine Schippe drauflegen und die Muppets vom familienfreundlichen Image entfernen? Oder doch auf die Bremse treten?


Mehr Familientauglichkeit

Muppets Most Wanted geht den Zwischenweg und ist sich bewusst, dass Sequels meist nur ein Aufguss des Erstlings sind. Die Eröffnungssequenz des Musical-Films greift diese Thematik direkt auf und zieht sie durch den Kakao, während die Handlung genau dort einsetzt, wo der letzte Film aufgehört hat: auf dem Hollywood Boulevard. Als nach der Einlage plötzlich sämtliche Tänzer verschwinden, fällt den Muppets auf, dass alle nur Statisten waren. Was also tun, um nicht gleich wieder in der Versenkung Hollywoods zu verschwinden? Na klar, auf Tour gehen!

Dominic Fieslinger (Ricky Gervais) macht’s möglich. Der Manager überredet die Puppen zu einer Europatour – allerdings nur, um in die jeweils an die Veranstaltungsorte angrenzenden Museen einzubrechen. Zu diesem Zweck wird Kermit durch den gefährlichsten Verbrecher der Welt, Constantine, ersetzt – der sich nur durch Muttermal und russischen Akzent vom beliebten Frosch unterscheidet. Während Constantine unbemerkt mit den Muppets durch Europa tourt, mischt Kermit einen russischen Knast auf und verdreht der Gefängnisleiterin Nadya (Tina Fey) die Augen. Dementsprechend teilt sich die Handlung an diesem Punkt und erzählt auf der einen Seite Kermits Gefängnisaufenthalt, wo er unter anderem mit Insassen wie Danny Trejo (Machete) und Ray Liotta (Good Fellas) einen Männerchor gründet; auf der andern die Tour der Muppets im Schlepptau Constantines. Statt bei letztgenannter aber primär auf die volle Muppets-Dröhnung zu setzen, wandern Fozzie und Gonzo von der zweiten Reihe in die dritte, während neben Kermit und Miss Piggy vor allem zwei Ermittler in den Fokus rücken: Muppet und CIA-Agent Sam Eagle sowie der französische Interpol-Agent Jean Pierre Napoleon (Ty Burrell).


Weniger Anarchie

Dass dem Kern-Ensemble der Muppets dadurch weniger Screentime gewährt wird, lässt die Fans aber nur im ersten Moment sauer aufstoßen. Das Zusammen- oder viel mehr Gegenspiel der beiden Ermittler fällt nämlich ungeahnt lustig aus. Reibungspunkte zwischen dem pflichtbewussten CIA-Agenten und dem eher freizeitmotivierten Europäer sorgt für reichlich Lacher – schon beim Vorzeigen der Dienstmarke will jeder die größere haben.

Insgesamt fällt Muppets Most Wanted doch etwas familienfreundlicher und weniger auf Krawall gebürstet daher als sein Vorgänger. Vor allem Ricky Gervais hätte Regisseur James Bobin etwas mehr auf die Kacke hauen lassen können. Stattdessen tritt dieser meist auf die Bremse und lässt seinen flauschigen Kollegen den Vorzug. Trotz gediegenerer Handlung überzeugt Muppets Most Wanted unterm Strich und ist schon allein wegen seiner zahlreichen Cameo-Auftritte den Kinobesuch wert.



Details

  • Titel: Muppets Most Wanted
  • Land/Jahr: USA 2014
  • Genre: Komödie
  • FSK: Ohne Altersbeschränkung
  • Regie: James Bobin
  • Darsteller: Ricky Gervais, Ty Burrell, Tina Fey
  • Release: 01.05.2014
  • Laufzeit: 108 Min.
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