Assassin’s Creed III: Neuer Held, neues Abenteuer Bild: Ubisoft

Assassin’s Creed III: Neuer Held, neues Abenteuer

Nach Altaïr und Ezio folgt Connor. Assassin’s Creed III bringt allerdings nicht nur einen neuen Protagonisten, sondern weitere originelle Ideen. Wie sich Teil Drei zum besten Ableger der Reihe meuchelt.
Assassin’s Creed hat sich über die Jahre zweifelsfrei zu einer der Vorzeige-Action-Adventure-Reihen der aktuellen Konsolengeneration gemausert. Durch verschiedene historische Epochen – erst mit Altaïr, dann mit Ezio und jetzt mit Frischling Connor als Protagonist. Bevor letztgenannter Springinsfeld aber schließlich in den Fokus der Handlung von Assassin’s Creed III rückt und zur Zeit des Unabhängigkeitskriegs allerhand geschichtsträchtige Momente durchlebt, gibt der Vater und Brite Haytham Kenway sein Stelldichein. Im ersten Akt von Assassin’s Creed III blickt der Spieler nämlich ihm über die Schulter, wie er anno 1754 in die USA reist, und schließlich ein Kind mit der Indianer-Squaw Kaniehtí:io zeugt: Connor.

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Großes Kino

Die Tatsache, dass der schon im Vorfeld von Hersteller Ubisoft groß beworbene Held erst so spät seinen Auftritt hat, verwirrt. Doch Entwarnung: Genau diesem Ansatz ist es gedankt, dass die Story jedem der Charaktere genug Zeit zum Entfalten widmet. Das bindet ungemein und baut gemächlich alle Handlungsfäden auf. Ist das anfängliche Prozedere dann vorbei, stürzt sich der meuchelfreudige Spieler mit Connor in allerhand historische Momente, die Entwickler Ubisoft Montreal zugegebenermaßen nur selten wirklich detailgetreu erzählt. Mal schmeißt man fröhlich bei der Boston Tea Party Kisten ins Wasser, ein anderes Mal wohnt man sogar der Unterzeichnung der Unabhängigkeitserklärung bei. Oder man liefert sich packende Seeschlachten an Deck irgendwelcher Segelschiffe. Selbst in den Krieg greift Connor dabei allerdings so gut wie nie ein. Das Gemetzel dient stattdessen eher als Rahmenhandlung für die vielfältigen Missionen im Hintergrund – diesmal unter anderem in Boston und New York.

Das dicht bewachsene Umland stellt dabei das Bindeglied zwischen den einzelnen Schauplätzen dar. Immer wieder muss Connor mangels ordentlicher Schnellreise-Funktion erhebliche Distanzen überbrücken und durch Wald und Dickicht wandern und schwingen. Zum Glück gibt’s auch hier ein reichhaltiges Angebot an Aufgaben wie die Jagd nach wilden Tieren oder das Bewältigen von Nebenquests. Allgemein hat sich im Hinblick auf das optionale Missionsangebot einiges getan. Wer möchte, verzockt sein hart verdientes Geld im Spiel oder vertreibt sich die Zeit mit dem Aufspüren versteckter Schatzkisten. Letztere verlangen dem Spieler neuerdings die Bewältigung eines Minispielchens ab, bevor sie ihr Inneres offenbaren. Darüber hinaus hat sich am traditionellen Gameplay-Gefüge aus meucheln, klettern, springen und spionieren wenig getan.

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Alles neu?

Grafisch schon eher. Zwar kommt erneut die bewährte Anvil-Engine als Grafikgerüst zum Einsatz, allerdings in nochmal überarbeiteter Fassung. Die Ausbeute: ein hoher Detailgrad, größtenteils scharfe Texturen und geschmeidige Animationen. Dazu gesellen sich die gewohnt orchestrale Musikuntermalung und eine hörenswerte deutsche Synchronisation. Lediglich bei den Cuts zwischen Sequenz und Spiel haben die Entwickler ein wenig geschlampt, da diese meist recht harsch vonstattengehen. Schade.
Wer gerne kollektiv meuchelt, darf übrigens auch diesmal wieder mit den Kumpels in den Kampf ziehen. Der Mehrspieler-Modus beinhaltet neben den typischen Modi wie Deatchmatch auch zwei Koop-Varianten. Die eine verlangt vom Spieler, alle Gegner innerhalb eines bestimmten Zeitlimits zu erledigen, die andere orientiert sich eher an Capture The Flag.


Fazit

Connors Debüt-Abenteuer ist im Vergleich das ausgereifteste Assassin’s Creed, das Ubisoft der Spielerschaft bislang vorgesetzt hat. Hier trifft knackige Inszenierung auf detailreiche Areale und anspruchsvolles, wenn auch nicht unbedingt innovatives Missionsdesign. Wer sich Zeit lässt und alle Aufgaben erfüllt, verbringt hiermit gut und gerne 50 unterhaltsame Stunden. Da verschmerzt man auch die stellenweise vorhandenen Framerate-Einbrüche und die mangelhafte Lippensynchronität. Inszenatorisch gibt’s ohnehin nichts zu meckern.



Details

  • Titel: Assassin's Creed III
  • System: PS3, Xbox 360
  • Genre: Action-Adventure
  • USK: Ab 16 Jahren
  • Spieler: 1
  • Release: Bereits erhältlich
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Dieser Beitrag stammt von Stefan und dem entertainweb-Team