50/50 - Freunde fürs (Über)Leben: Tragikkomödie mit Joseph Gordon-Levitt
26.09.2012 Reviews / DVD & Blu-ray
Bild: Universum Film/entertainweb
Eine Komödie über das Thema Krebs drehen und dabei den richtigen Ton treffen – das erfordert definitiv ein gewisses Feingefühl. Regisseur Jonathan Levine startet mit 50/50: Freunde fürs (Über)leben den Versuch.
Adam (Joseph Gordon-Levitt) ist 27. Und er hat Krebs. Dennoch fühlt er sich nicht wie ein Todkranker, obwohl er sich bewusst ist, dass seine Verfassung nicht mehr von allzu langer Dauer ist. Denn die Chemotherapie rückt immer näher. Und damit Schwächeanfälle, lange Stunden im Krankenhaus, der Verlust seiner Haare und vielleicht der Tod – nicht aber der Schwund seiner Lebensfreude. Und doch wirft ihn die Diagnose erst mal aus der Bahn. Und mit ihm auch seine Mutter, die ohnehin schon alle Hände voll mit ihrem an Alzheimer erkrankten Ehemann zu tun hat. Erstere würde ihren Sprössling am liebsten die ganze Zeit um sich haben, um auf ihn aufzupassen. Konträr dazu steht Adams Freundin Rachael (Bryce Dallas Howard), die sich mit dem Voranschreiten der Krankheit immer weiter von ihrem Freund entfernt.
Ein Kumpel fürs Leben
Wie gut, dass sich Adam auch in dieser schweren Zeit auf Langzeitkumpel Kyle (Seth Rogen) verlassen kann. Klar, wer den Namen Seth Rogen liest, denkt erst mal an pubertäre Gags wie man sie beispielsweise aus Superbad kennt. Ob das schlecht ist? Sicher nicht. Aber eine gewisse Skepsis kommt in Anbetracht des ernsten Themas Krebs dann doch auf. Erstaunlicherweise kriegt Rogen aber zu jeder Zeit die Kurve. Er überzeugt als liebenswerter Juppie, der gerne mal einen Joint raucht und stets einen lässigen Spruch auf den Lippen hat. Dennoch liest er lieber heimlich Krebsratgeber auf dem Klo und steht seinem Kumpel bei, anstatt auf Partys herumzuhängen und Mädels abzuschleppen. Anna Kendrick als Psychologiestudentin Katherine bildet mit ihrer fast schon chronischen Unbeholfenheit den passenden Gegenpol zum lockeren Kyle.Ähnlich authentisch verhält es sich mit Gordon-Levitts Darstellung. Adam ist sichtlich gemartert von den schlechten Neuigkeiten und den körperlichen Beschwerden, nicht aber hoffnungslos. Emotional überzeugend, aber nicht theatralisch. Kurzum: Ihm gelingt der Spagat zwischen Trauer und Komik, ohne in pathetische Selbstmitleids-Gefilde abzudriften. Und das war wohl auch die Intention von Regisseur Jonathan Levine (All The Boys Love Mandy Lane) und Drehbuchautor Will Reiser, der mit seiner Vorlage teilweise die mit seiner eigenen Krebserkrankung einhergehenden Erfahrungen verarbeitet.




