Kritik Kritik Bild: Sony Pictures

Insidious - Chapter 2: Oldschool-Horror mit Patrick Wilson

Die Saw-Macher rufen erneut den Kinogrusel aus. In Insidious: Chapter 2 kriegen es Patrick Wilson und Rose Byrne einmal mehr mit ungebetenen Gästen aus der Nachwelt zu tun.
Saw-Erfinder James Wan ist vorerst durch mit dem Horror-Genre. Als vorläufiges Abschiedsgeschenk lässt er nach The Conjuring noch Insidious: Chapter 2 auf die Horrormeute los, bevor er sich mit Fast & Furious 7 in Actiongefilde wagt.

Doch nicht zu voreilig, lieber Saw-Verächter. Von Verstümmeln, animalischen Mordszenen und literweise Kunstblut, scheint Wan die Nase voll zu haben. Wie schon The Conjuring verzichtet der zweite Insidious-Teil auf übertrieben brutale Stilmittel. Vielmehr dominieren klassische Horrorzutaten den Ausflug in die Zwischenwelt.


Leigh Whannel als Geisterjäger

Thematisch greift Insidious: Chapter 2 das Ende von Teil eins auf. Achtung, Spoiler: Zum Ausklang des Erstlings befreit Josh Lambert (Patrick Wilson) seinen Sohn Dalton (Ty Simpkins) aus der von Dämonen, die zurück ins Leben wollen, bevölkerten Nachwelt. Für die Rückkehr des Jungen lässt allerdings Elise, das Medium zwischen der normalen und der Zwischenwelt, ihr Leben. Der Fakt, dass die Polizei Josh des Mordes bezichtigt, nimmt aber nur Platz zwei auf der ellenlangen Problemliste der gebeutelten Familie Lambert ein. Seit Josh zurück ist, scheinen sich die dunklen Kräfte Tag für Tag mehr nach ihm zu verzehren, was seiner Frau Renai (Rose Byrne) wiederum schwer zu schaffen macht. Zumal ihr Ehemann immer wieder betont, es sei alles in Ordnung. Dass es das nicht ist, wird spätestens klar als Josh beginnt, Selbstgespräche mit wirrem Inhalt zu führen und eine gewisse UV-Unverträglichkeit aufweist. Seine Mutter Lorraine (Barbara Hershey) lässt sich da nicht so leicht  hinters Licht führen und geht dem paranormalen Treiben mit der Expertise der beiden Geisterjäger Specs (Co-Autor Leigh Whannell) und Tucker (Angus Sampsons) selbst auf den Grund.


Patrick Wilson des Wahnsinns

Es lässt sich nicht vermeiden, der Handlung jegliche Innovation abzusprechen. Dass diese Tatsache noch keinen vermurksten Film ausmacht, hat schon der erste Teil von Insidious bewiesen. Eben dieser trumpfte zum Kinostart im Jahr 2010 mit solider Schauspielerei und Schockmomenten am laufenden Band auf. In selbiger Tradition wird das Schaudern auch im Nachfolger zelebriert. Knarzende Türen und Fenster, Kindermelodien auf dem Klavier, das sich auch noch selbst spielt und umherwirbelnde Objekte lassen den Zuschauer im Kinosessel erstarren. So setzt man Horrorstilmittel ein – auch wenn’s jene sind, mit denen der Fan schon bestens vertraut ist. Zwar verzichtet Wan größtenteils auf Gaudi-Momente im Stil von Cabin in The Woods, kann sich den ein oder anderen Schenkelklopfer, die meist auf das Konto der Geisterjäger Tucker und Specs gehen, dennoch nicht verkneifen. Das wirkt nicht nur überflüssig, sondern schlicht unpassend. Glücklicherweise tut das der starken Atmosphäre keinen Abbruch. Die stärksten Momente hat Insidious: Chapter 2 aber immer dann, wenn der Zuschauer mit dem großartig spielenden Patrick Wilson beziehungsweise Josh allein ist. Ständig die Frage im Hinterkopf: Haben die dunklen Mächte schon Besitz von ihm ergriffen? Oder stimmt vielleicht doch etwas ganz anderes mit ihm nicht? Zur Untermauerung dieser latenten Ungewissheit setzt der Regisseur auf verstörende Rückblenden, die bis in Joshs Kindesalter zurückreichen. Beispiel: Bei einer Videoaufnahme aus dem Jahr 1986 beispielsweise ist der erwachsene Josh plötzlich im Hintergrund zu sehen. Verstörend.


Fazit

Mit Insidious: Chapter 2 liefert James Wan einen grundsoliden Horrorstreifen ab. Die Atmosphäre stimmt, die Schockmomente ziehen, die Handlung ist jedoch etwas zu lahm. Dennoch in vielerlei Hinsicht sogar besser als Teil eins. Finanziell dürfte sich der Streifen, ähnlich seinem Vorgänger, mit seinen fünf Millionen US-Dollar an Produktionskosten schon zum Startwochenende gelohnt haben.



Details

  • Titel: Insidious: Chapter 2
  • Land/Jahr: USA 2013
  • Genre: Horror
  • FSK: Ab 16 Jahren
  • Regie: James Wan
  • Darsteller: Patrick Wilson, Rose Byrne, Barbara Hershey
  • Release: 17.10.2013
  • Laufzeit: 105 Min.
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Dieser Beitrag stammt von Stefan und dem entertainweb-Team