Filmkritik: Der Hobbit - Die Schlacht der fünf Heere Bild: Warner Bros. Pictures

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Filmkritik: Der Hobbit - Die Schlacht der fünf Heere

Peter Jackson bringt den Abschluss seiner Hobbit-Trilogie in die Kinos. Die Schlacht der fünf Heere besiegelt den Dreiteiler mit opulenten Bildern. Wie sich der Film insgesamt schlägt, verrät unsere Kritik.
Eigentlich wollte Peter Jackson mit Mittelerde längst abschließen – nach dem letzten Herr der Ringe-Teil, um genau zu sein. Nachdem Guillermo del Toro aber doch nicht Regie beim Spin-off Der Hobbit führen konnte, übernahm Jackson entgegen seins Plans nochmal das Ruder. Jetzt läuft der dritte und letzte Hobbit-Ableger unter dem Titel Die Schlacht der fünf Heere in den Kinos und besiegelt Jacksons zweite Mittelerde-Trilogie.

Zu Beginn der Handlung fällt Drache Smaug (Benedict Cumberbatch) wutentbrannt über Seestadt her und fackelt den kompletten Ort ab. Während der Großteil der dortigen Bevölkerung in Panik ausbricht, nimmt es lediglich Bard (Luke Evans) mit dem Feuerspeier auf und bringt ihn mit einer Mischung aus Glück und seinen Fähigkeiten als Bogenschütze zur Strecke. Mit ordentlich CGI aufgepeppt und episch inszeniert, macht die Auflösung des Cliffhangers des zweiten Hobbit-Films Smaugs Einöde schnell klar, welchen dramaturgischen Weg Jackson mit Die Schlacht der fünf Heere einschlägt: Krawall statt Tiefgang.


Fünf Armeen im Clinch

Dass Bard den Drachen eliminiert, ändert natürlich nichts daran, dass die Seestadt-Bevölkerung nun ohne Heimat dasteht. Also wollen sie sich die Menschen in der Stadt Erebor ansiedeln, wo sich inzwischen Zwergenkönig Thorin Eichenschild (Richard Armitage) samt Reisegruppe inklusive Bilbo Beutlin (Martin Freeman) niedergelassen hat. Über den riesigen Goldschatz in der dortigen Festung und der Angst, ihn zu verlieren, verliert Thorin den Verstand und gibt sich seinen Wahnvorstellungen hin. Die Hilfesuchenden weist er ab. Weil er den Menschen die Hilfe versagt, wenden diese sich wiederum an die Elben unter der Führung Thranduils (Lee Pace) – die Erzfeinde der Zwerge. Als auch noch Saurons Ork-Armee auftaucht, um sich das Gold unter den Nagel zu reißen, bricht die Hölle vor den Pforten Erebors los.


Eindrucksvoll, aber ohne Tiefgang

Die Kritiker hielten Jackson von Anfang an vor, dass die Buchvorlage von J.R.R. Tolkien mit ihren knapp 400 Seiten zu wenig Stoff für einen Dreiteiler hergeben würde und die Schlacht der fünf Heere gibt ihnen Recht. Denn trotz Laufzeit von über zwei Stunden hat der Film nur eine begrenzte erzählerische Spannweite auf Lager. Das zeigt sich beispielsweise, als Smaug schon zu Beginn des Films das Zeitliche segnet und so den Cliffhanger von Teil zwei nachträglich zu konstruiert wirken lässt - Smaug war am Ende des zweiten Teils entkommen. All das ist aber ohnehin nur Vorspiel für die finale Schlacht.

Der titelgebende Kampf nimmt fast die gesamte zweite Filmhälfte ein. Peter Jackson spielt hier natürlich seine Stärken aus. Die Schlacht präsentiert sich auch dank Jacksons Stamm-Kameramann Andrew Lesnie in bester Herr der Ringe-Manier. Trotz purer Kampfhektik fängt Lesnie immer wieder kleine Details ein und streut die eine oder andere Panorama-Aufnahme ein. Episch. Außerdem kommt hier die von vielen kritisch beäugte High Frame Rate (HFR) mit 48 statt 24 Bildern pro Sekunde besonders gut.

Dass die finale Schlacht so viel Zeit beansprucht und anschließend nur noch das versöhnliche Ende folgt, kostet die Charaktere wiederum Tiefe. Gerade Thorins Wandel vom warmherzigen Zwergenführer hin zum fast wahnsinnigen Machthaber hätte mehr Zeit gebraucht, um beim Zuschauer zu überzeugen. Aber auch Bilbo bleibt über weite Strecken zu blass und spielt im Kampfgetümmel kaum eine Rolle.


Fazit

Peter Jackson liefert zum Abschluss seiner Hobbit-Trilogie einen Film, der in Sachen Emotionen und Charaktertiefe zu farblos bleibt. Aber auch einen, der ein brachialer, bildgewaltiger sowie technisch und inszenatorisch einwandfreier Abschluss ist und eine der opulentesten Schlachten der Kinogeschichte bietet.



Details

  • Titel: Der Hobbit: Die Schlacht der fünf Heere
  • Land/Jahr: USA 2014
  • Genre: Fantasy
  • FSK: Ab 12 Jahren
  • Regie: Peter Jackson
  • Darsteller: Sir Ian McKellen, Martin Freeman, Richard Armitage
  • Release: 10.12.2014
  • Laufzeit: 144 Min.
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Dieser Beitrag stammt von Stefan und dem entertainweb-Team