Biutiful: Hartes Drama mit Spaniens Charakter-Mime Javier Bardem Bild: Prokino

Biutiful: Hartes Drama mit Spaniens Charakter-Mime Javier Bardem

Rückkehr nach Barcelona: Nach Vicky Christina Barcelona bereist Javier Bardem erneut die Metropole. Diesmal aber zeigt sich die Schöne jedoch von ihrer Schattenseite.

Wenn der Star des spanischen Kinos auf den Poeten unter den mexikanischen Filmemachern trifft, ist das Ergebnis nicht nur ein Gedicht in bewegten Bildern, sondern auch in bewegenden Bildern. Unter der Regie von Alejando Gonzalez Inàrritu (Babel, 21 Gramm, Amores Perros) spielt Oscar-Preisträger Javier Bardem (No Country For Old Men) den Kleinganoven Uxbal, dessen einziger Lichtblick in der Schattenwelt Barcelonas die Liebe zu einen Kindern Ana (Hanaa Bouchaib) und Mateo (Eduard Fernández) ist.

Uxbal ist ein Mann, der ständig in Bewegung ist, getrieben sowohl von den Widersprüchen in der äußeren Welt, als auch von den Widersprüchen in seiner Innenwelt - einerseits hingebungsvoller Vater, andererseits gescheiterter Liebhaber, einerseits kühler Verbrecher, andererseits begabt mit einer spirituellen Ader. Ein Mann auf der Suche nach Versöhnung mit seiner Frau, auf der Suche nach seinem Vater, den er nie gekannt hat und damit auch auf der Suche nach sich selbst. Die Umstände zwingen den Protagonisten in ein für ihn und den Zuschauer verstörendes Rennen gegen die Zeit.

Was die Postkarten verschweigen

„Unsere Existenz offenbart uns ihre unbeschreibliche Kürze erst, wenn wir dem Tod nahe sind“, sagt Regisseur Inàrritu über sein neues Werk, das er beschreibt als „ein Gedicht über einen erleuchteten Mann, der in die Dunkelheit stürzt und das Unbekannte als Herausforderung ansieht.“

Der poetische Charme des Films entfaltet seine Wirkung zum einen aus dem ungewöhnlichen Blick auf die „Kulisse“ Barcelona, die Alejando Gonzalez Inàrritu zwar als „Königin von Europa“ verehrt, gleichzeitig aber von einer Seite zeigt, die man als Postkartenmotiv nicht zu Gesicht bekommt: Barcelonas Vororte als menschliche Bienenstöcke, eine urbane Welt voller Gnadenlosigkeit und Ausbeutung und – so Inàrritu - „die harte Realität der Armen, der Immigranten, derjenigen, die immer unsichtbar sind.“

Zum anderen verdankt Biutiful seine Wirkung dem schauspielerischen Talent von Javier Bardem, für das er bei den Filmfestspielen in Cannes mit dem Preis als „Bester Darsteller 2010" geehrt wurde. „Ich hätte den Film nicht ohne ihn machen können, denn für mich war nur er Uxbal“, schwärmt der Regisseur über seinen Darsteller. „Was Javier so einzigartig macht, ist eine Wucht, eine geheimnisvolle Präsenz auf der Leinwand, die auf seiner tiefen, starken Auseinandersetzung mit der Figur und den Themen sowie seinem profunden Innenleben basieren. Das kann man nicht lernen.“

Die Zärtlichkeit der Härte

Neben der Nominierung für den Golden Globe und zwei Oscar-Nominierungen wurde Biutiful für zwei BAFTAS und achtmal für den spanischen Filmpreis Goya vorgeschlagen. Alles andere als leichtes Popcorn-Kino, doch für Fans von cineastischen Charakterstudien ist dieses Zusammenspiel zweier Genies einer der wichtigsten und besondersten Filme des Jahres.



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Details

  • Titel: Biutiful
  • Land/Jahr: Spanien, Mexiko 2010
  • Genre: Drama
  • FSK: Ab 16 Jahren
  • Regie: Alejando Gonzalez Inàrritu
  • Darsteller: Javier Bardem, Marciel Álvarez, Eduard Fernandez
  • Release: 10.3.2011
  • Laufzeit: 147 Min.
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Dieser Beitrag stammt von Stefan und dem entertainweb-Team