GRID Autosport im Test Bild: Namco Bandai

Review

GRID Autosport im Test

Mit GRID Autosport will Codemasters zurück zu den Wurzeln. Zumindest ein Stück weit. Weniger Arcade, mehr Simulation, lautet die Devise. Ob das gelungen ist, verrät unser Test.
Wo GRID draufsteht, kann alles Mögliche drin sein. Zum Beispiel eine astreine Rennsimulation. Oder ein Arcade-Racer. Im Falle von GRID Autosport trifft beides zu. Entwickler Codemasters will dadurch die Fans zurückgewinnen, die mit Teil zwei vergrault wurden. Wer möchte, darf das Game deshalb eigenhändig auf Arcade trimmen, indem er Fahrhilfen einschaltet und das Schadensmodell auf optisch stellt. Im Umkehrschluss drehen Authentizitäts-Fetischisten alle Lenkhilfen ab und schalten manuell. Anschließend driftet GRID Autosport in Gefilde ab, die der Fan noch von Race Driver GRID kennt. Manövriert man die Karre an die Wand – was bei abgeschalteter Automatik gerne mal passiert – hilft nur die Rückspulfunktion. Aber Obacht: Inflationär einsetzen lässt sich diese nicht. Je nach Schwierigkeitsgrad sind lediglich maximal fünf Wiederholungen pro Rennen möglich.


Modi und Rennklassen

Man merkt GRID Autosport deutlich an, dass sich Codemasters die Kritik am Vorgänger zu Herzen genommen hat. Die Tuning-Optionen für Aufhängung, Bremskraftverteilung, Differential und Übersetzung lassen kaum Wünsche offen und auch die  Modi-Auswahl passt.

Fünf Rennklassen mit verschiedenen Unterkategorien, Karren und Regeln stehen zur Verfügung. In den Tourenwagen-Meisterschaften geht’s mit akkuraten Boliden auf die Rennstrecke mit dem Ziel, erster zu werden. Was in den Langstrecken-Rennen zählt, ist – wie der Name schon vermuten lässt – Durchhaltevermögen. Schließlich verschlingt dieser Modus gerne Mal 40 Minuten Spielzeit pro Rennen, und das ohne Zwischenspeicher-Funktion. Die Kategorie Tuning vereint Geschicklichkeits-Herausforderungen wie Drift-Wettbewerbe und Zeitrennen unter einem Dach. Bei Open Wheel kommt’s vor allem auf eine fehler- und kontaktfreie Fahrweise an, da sämtliche Gegner mit denselben Fahrzeugen antreten – für die Taktik-Fans. Nach jedem abgeschlossenen Rennen winken Erfahrungspunkte.


Arcade oder Simulation? Beides.

Die schiere Auswahl an Einstellungsoptionen und Modi ist natürlich erfreulich. Das Fahrgefühl ist jedoch trotz zahlreicher Anpassungsmöglichkeiten meist nicht genau definierbar. Stattdessen: irgendein Zwischending zwischen Arcade und Simulation. Auch ärgerlich: Während die Karossen richtig schnieke aussehen, wirkt die Umgebung meist wie ausgestorben. Außerdem verzichtet Codemasters auf Wettereffekte und lässt nur selten Tag- und Nachtwechsel zu.

Codemasters will mit GRID Autosport sämtliche Fans, die die Reihe jemals hatte, zufriedenstellen. Allerdings wurde wohl durch die Integration der beiden vollkommen unterschiedlichen Ansätze – nämlich Arcade und Simulation – trotzdem zu wenig auf das Balancing geachtet und vor allem: die technische Komponente vernachlässigt. Unterm Strich reicht’s für GRID Autosport also nicht fürs Siegertreppchen. Wem das zweispurige Fahren von GRID Autosport nichts ausmacht, wagt aber eine Runde. Auf Wahl übrigens auch aus der Cockpit-Perspektive, die diesmal auch wieder am Start ist.



Details

  • Titel: GRID Autosport
  • System: PC, PS3, Xbox 360
  • Genre: Rennspiel
  • USK: Ohne Altersbeschränkung
  • Spieler: 1 bis 2
  • Release: Bereits erhältlich
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Dieser Beitrag stammt von Stefan und dem entertainweb-Team