Real Steel: Regisseur Shawn Levy über suizidgefährdete Roboter und Frankenstein Bild: Walt Disney Pictures

Real Steel: Regisseur Shawn Levy über suizidgefährdete Roboter und Frankenstein

Im Rahmen der Veröffentlichung von Real Steel haben wir den Nachts-im-Museum-Regisseur Shawn Levy getroffen und ihm Fragen über seinen neuesten Film sowie anstehende Projekte gestellt.

entertainweb: Hätte es Real Steel je ohne den Erfolg von Transformers gegeben?

Shawn Levy: Das ist schwierig zu sagen. Menschen, die den Film noch nicht gesehen haben, vergleichen ihn mit Transformers. Diejenigen, die ihn bereits gesehen haben, denken als erstes an Rocky. Trotzdem funktionieren Roboter natürlich. Es ist schwierig, etwas komplett Neues zu schaffen.

 

entertainweb: Können Sie ihr erstes Treffen mit Steven Spielberg (Produzent) beschreiben?

Shawn Levy: Ich machte ihm klar, dass es für einen reinen Roboterfilm mindestens zehn Regisseure gibt, die den Job besser hätten hinbekommen, als ich. Wenn es aber um mehr ginge, als das, dann wäre ich mit Sicherheit der Richtige. Das war genau das, was er hören wollte.

 

entertainweb: Wieso haben Sie Hugh Jackman für die Hauptrolle gewählt?

Shawn Levy: Wir brauchten jemanden, der in physischer Hinsicht einen Boxer mimen konnte. Außerdem wollte ich Charlie Kenton in der ersten Filmhälfte als richtigen Bastard darstellen und Hugh hat das einfach drauf. Es macht den Sprung von unsympathisch auf sympathisch am Ende des Films spannender.

 

entertainweb: War von Anfang an ein Ende für den Film vorgesehen, das nicht gänzlich ein Happy End ist?

Shawn Levy: Das Skript war von Anfang an gleich, allerdings haben wir die ersten Zuschauer beobachtet und alle haben gut auf das Ende reagiert. Es geht den Menschen am Ende lediglich um das Verhältnis zwischen Vater und Sohn – und das stimmt einfach. Ich komme ja aus der Comedy-Szene und wenn dort ein Lacher nicht stimmt, musst du ihn ändern. Wir hätten das Ende bei Bedarf also umgeschrieben.

 

entertainweb: Wieso ist Real Steel kein 3D-Film?

Shawn Levy: Wir wollten eine Vater/Sohn-Underdog-Story erzählen. Es ging eher um die Emotionen, weniger um die Effekte wie bei Transformers. Also entschieden wir uns für 2D. Wir wollten das Studio nicht mit unnötiger Arbeit belasten.

 

entertainweb: Ist bereits ein Sequel geplant?

Shawn Levy: Es ist eine Option. Hugh und ich hätten jedenfalls Interesse an einem zweiten Teil. Es ist also nicht gerade unwahrscheinlich, dass es einen zweiten Teil geben wird.

 

entertainweb: Werden Sie wieder Regie führen? Sie haben momentan schließlich mit Frankenstein zu tun

Shawn Levy: Ganz sicher. Es wird kein Sequel geben, bei dem ich nicht als Regisseur fungiere. Gleiches gilt übrigens auch für Nachts im Museum. (lacht) Bei manchen Projekten gebe ich mich mit dem Produzenten-Posten zufrieden, diese beiden sind aber einfach meine Babies. Keine Babysitter für meine Kids.

Frankenstein ist eine gute Möglichkeit für mich, eine andere Richtung zu gehen. Es ist ein Charakterfilm. Das Besondere ist das Skript. Es wirft ein gänzlich neues Licht auf die Legende. Es ist ein echtes Drama über die beiden Hauptdarsteller – die hier übrigens sehr jung sind (um die 20).


entertainweb: Wer ist witziger, Hugh Jackman oder Ben Stiller?

Shawn Levy: Um ehrlich zu sein, ich würde nicht sagen, dass einer von ihnen superwitzig im echten Leben ist. Jonah Hill, Jean Reno, Ricky Gervais – die sind absolut witzig. Hugh und Ben hingegen sind absolut professionell. Sie sind verfi… talentiert. Sie kommen zur Arbeit, um zu arbeiten. Sobald ich „Action“ rufe, bringen Sie es.

 

entertainweb: Gab es irgendwelche besonders witzigen Situationen am Set?

Shawn Levy: Ich spiele am Set viel Musik, um die Crew in die richtige Stimmung zu bringen. Es lief ein Eminem-Song und Hugh konnte arrangieren, tanzend in die Szene zu kommen. (Er wollte unbedingt tanzen). Also startete er seine Adaption von Gangster-Rapper-Gehabe. Eine andere Situation: Ein Roboter bekam plötzlich Störungen an seinem Kopf. Nach einigen Zuckungen ging er an, seinen Kopf in den Brustkorb zu drücken. Es war witzig zu sehen, wie sich der Robo mit seinem eigenen Kinn selbst umgebracht hat.


entertainweb: Wieso haben sie sich für Motion Capturing und echte Roboter entschieden?

Shawn Levy: Es lässt die Sache einfach authentischer aussehen – auch wenn es natürlich mehr Geld verschlungen hat. Es war echt spannend, da ich mich das erste Mal mit der Technik auseinandergesetzt habe.

entertainweb: Welche Rolle spielt Musik für Sie am Set?

Shawn Levy: Ich suche bereits sechs Monate vor Drehstart die Titel für den Dreh aus. Das Coole an der Sache ist, dass fast alle Bands, die ich ausgesucht habe, nun auf dem Soundtrack vertreten sind. Unter anderem Tom Morello, The Crystal Method und Beastie Boys.

entertainweb: Wie unterscheidet sich die Arbeit mit Kindern von erwachsenen Schauspielern?

Shawn Levy: Bei einem Erwachsenen wie Hugh rufst du “Cut” und erklärst ihm anschließend, was er anders machen soll. Bei einem Kind darfst du das nicht tun, weil es sonst das Feeling verliert. Ich habe deshalb nicht unterbrochen, sondern während der Szene neue Anweisungen gegeben. Darüber hinaus habe ich am Set viel Musik für Dakota gespielt.


entertainweb: Durfte Dakota Goyo den Film eigentlich sehen oder ist er zu jung?

Shawn Levy: Ja er hat den Film gesehen. Er hat in den USA ein PG-13-Rating erhalten. Das bedeutet, Unter-13-Jährige dürfen den Film nur in Begleitung ihrer Eltern sehen. Das liegt an einigen Wörtern und Gewaltszenen, die im Film vorkommen.

 



Details

  • Titel: Real Steel
  • Land/Jahr: USA 2011
  • Genre: Science-Fiction
  • FSK: Ab 6 Jahren
  • Regie: Shawn Levy
  • Darsteller: Hugh Jackman, Dakota Goyo, Evangeline Lilly
  • Release: 03.11.2011
  • Laufzeit: 127 Min.
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Dieser Beitrag stammt von Stefan und dem entertainweb-Team